Zu Fuß von Brooklyn nach Queens // Oder auch: sowas von ‘off the beaten track’ 

Wir hatten diese irrwitze Idee, zu Fuß von Brooklyn nach Queens zu gelangen. Quasi abseits der Touristenpfade, oder wie mein Mann später sagte: sowas von abgelegen abseits. Da musste ich laut lachen, denn es hat sich tatsächlich genau so angefühlt.

Guerilla Knitting in Brooklyn | Auch Yarn Bombing oder Strickgraffiti genannt

Unser Ziel war Flushing, das zweitgrößte Chinatown von New York. Es hieß, er sei weitaus beeindruckender als sein Pendant in Manhattan und man sollte ihn unbedingt mal gesehen haben. Aufsuchen wollten wir auch den Flushing Meadows Corona Park.

Feuerwache in Brooklyn
An der Feuerwache Station 57 | Kings County Brooklyn

Leider hatten wir ziemlich wechselhafte Wetter-Verhältnisse und unterwegs kam mir unser Spontanausflug immer irrsinniger vor. Immer wieder tröpfelte es, aber den recht frischen Wind empfand ich weitaus unangenehmer. Wie viele Kilometer wir an diesem Tag übrigens zu Fuß zurückgelegt haben, kann ich leider nicht mehr genau sagen. Nur dass es etliche waren.

 

MYRTLE AVE | ECKE BROADWAY

Blick nach links
Blick auf die gegenüberliegende Straßenseite der Kreuzung

Unterwegs nach Queens begeisterte mich der Platz an der Myrtle Ave, Ecke Broadway, eine belebte Straße unterhalb der Subwaybrücke der Linien J, M, Z. Wir machten hier einen kurzen Stopp und aßen einen unglaublich leckeren Pastrami-Sandwich in einem der Delis. Die Atmosphäre hier an der belebten Kreuzung mit vielen Geschäften wirkte wie irgendwie magisch auf mich. Ich hätte hier Stunden verbringen und den Verkehr und die Leute beobachten können ohne mich zu langweilen.

Wer nach New York kommt, der sollte unbedingt mal einen Pastrami-Sandwich probieren. (Pastrami ist geräuchertes und gewürtztes Rindfleisch.) 
Für Foodies: Den besten Pastrami-Sandwich soll es bei Katz’s Deli geben.
| 205 E Houston Street, New York City, NY 10002-1098 (Lower East Side)

Fat Albert’s Warehouse am Broadway 774 | Einst ein beeindruckendes Gebäude. Ursprünglich war ein Hauptsitz der Manufacturers Hanover Trust Bank in New York City vor dem Börsencrash 1929. Heute beherbergt es ein Kaufhaus für Billigwaren. Der Eingang befindet sich ein paar Schritte weiter.

Und weiter gings unter der Subwaybrücke entlang nach Queens. Wir kamen an unterschiedlichsten Geschäften, Sozialwohnungen, Baustellen, hübschen Wohngegenden, einigen Parkanlagen, einem Friedhof und an einem Wald vorbei.

Der Zaun ließ mich irgendwie an den Film “Die kleinen Strolche” erinnern
Die vielen Kronkorken am Straßenrand in Queens

Ich nehmen an, vermutlich hat sich selten freiwillig ein Tourist in diese Gegenden verirrt, oder kam auf die gleiche wirre Idee, von Brooklyn nach Queens zu laufen. Rückblickend amüsiere ich mich sehr über diese Aktion.

Irgendwann, ca. 1,5 km vor dem Zentrum in Queens sind wir schließlich in den Bus gestiegen. Mein Mann hatte einfach keine Lust mehr, vor allem auch, weil uns langsam ein richtig kühler Wind um die Ohren fegte, zusätzlich zu dem On-Off-Regen. Im Gegensatz zu Töchterchen & meine Wenigkeit, war der Papa kleidungstechnisch leider nicht so gut ausgerüstet und keine Jacke eingepackt. Dabei wäre es mit dem Kinderwagen im Schlepptau kein Problem gewesen…tja.

Geärgert habe ich mich später aber über meine eigne Dusseligkeit. Ich navigierte uns damas die ganze Zeit mit der Smartphone App OffMaps2. Eigentlich war die App bisher immer recht zuverlässig gewesen.

Der Wind blies immer ungemütlicher
Nach einem kurzen Friedhofsbesuch setzten wir unseren Marsch fort

Aber in einer so aufregenden Stadt unterwegs zu sein, verleitet durch viele neue Eindrücke, neigt man schnell dazu in eine falsche Straße zu laufen. Vor allem in Begleitung mit Kindern, die natürlich alles genauer betrachten und erleben möchten. So hab ich es versäumt regenmäßig die Richtung zu prüfen. OffMaps2 besaß zu der Zeit leider keine Sprachnavigation. Ob es heute der Fall ist, kann ich leider nicht sagen.

Wie dem auch sei: ich hatte irgendwie auch völlig vergessen, dass ich die komplette Karte von New York zuvor ja auf Google Maps herunter geladen hatte. Damit hätte ich uns offline problemlos überall hin navigieren lassen können. Das fiel mir blöderweise erst kurz vor dem Stadtzentrum von Queens ein. Ich hätte mich dafür… *arrrrg* Wir sind einen riesen Umweg gelaufen, da wir irgendwo falsch abgebogen sind. Ich bin mir sicher, mit Google Maps wären wir viel eher angekommen.

In Queens wurde es wettertechnisch richtig ungemütlich. Mittlerweile war der Wind richtig kühl geworden und es begann stärker zu Tröpfeln. Zudem waren die Temperaturen von gestern (28°) ziemlich gesunken (21°). Wir gaben unser Vorhaben schließlich auf. Gezwungenermaßen haben wir die nächsten Subway-Station aufgesucht und kauften uns gleich eine Wochenkarte für die Metro. Meine bessere Hälfte – mittlerweile “not so amused” – bestand darauf zurück nach Manhattan zu fahren. Also gesagt getan. Zum Glück war es in Manhatten deutlich angenehmer.

Hätten wir jedoch zum Zeitpunkt gewusst, dass gegen 20:00 Uhr ein Dauerregen beginnen würde, der erst in den frühen Morgenstunden aufhören sollte, dann wären wir sicherlich viel eher zur Unterkunft gefahren. Gegen 22:00 Uhr standen wir nämlich ziemlich ratlos in der Subway. Wir hatten endlich die richtige Metrostation gefunden, aber sämtliche Fahrten nach Brooklyn waren storniert worden. Laut Durchsage gab es wohl irgendwelche Behinderungen auf der Strecke.

Großartig! Uns blieb also nichts anderes übrig wieder raus in den Regen zu laufen und einen Taxi zu rufen. Und da standen wir eine ganze Weile ohne Erfolg, denn erneut weigerten sich sämtliche Taxifahrer uns nach Brooklyn zu fahren. Merkwürdig…

Der Regen wurde immer stärker
Noch auf der Suche nach einem Taxifahrer der uns nach Brooklyn fährt…

Irgendwann, nach etlichen Taxis die wir angehalten hatten, hielt ein jungen Fahrer an der sich sofort bereit erklärt hat uns nach Brooklyn zu fahren. Der sehr nette Inder (25) – und nein, ohne Turban 😄 – war erst vor ca. zweieinhalb Jahren aus Indien migriert. Von ihm erfuhren wir den Grund: Viele Taxifahrer möchten Manhattan ungern verlassen, da sich dort immer ein Gast findet. Von Brooklyn jedoch müssen Sie meistens leer zurückfahren. Da sie auf dem Rückweg kein Geld verdienen, sehen Sie es als eine Verlußtfahrt an. Na großartig….

Jetzt wisst ihr Bescheid. Falls ihr auch in diese Situation geraten solltet, nicht wundern wenn der ein oder andere Taxifahrer angeblich die Adresse in Brooklyn nicht kennt. 😉

Unser Töchterchen war übrigens die ganze Zeit über gut aufgehoben in ihrem Reisebuggy. Gut eingekuschelt unter einer Decke und mit Regenschutz natürlich.

Ganz liebe Grüße aktuell aus Washington DC. ❤️

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

4 Kommentare zu „Zu Fuß von Brooklyn nach Queens // Oder auch: sowas von ‘off the beaten track’ 

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