Graceland – Entertainment Complex & das Musicgate

Neulich berichtete ich euch hier im Blog wie es so gewesen war, den King of Rock’n Roll in seinem Haus in Memphis zu besuchen. Heute folgt der versprochene Teil mit dem Besuch des Entertainment Complex, der sich auf der anderen Straßenseite des Mensions befindet. Die Shuttles bringen einem wieder zurück auf das Grundstück, von wo aus es dann mit dem Rundgang weitergehen kann.

Vielleicht wollt ihr vorher noch den Hunger stillen? Kein Problem. Der Komplex besitzt zwei Restaurants: den Gladys‘ Diner und Vernon’s Smokehouse.

Der Komplex war zum Zeitpunkt unseres Besuches erst ein paar Monate alt. Die Ex-Frau vom King, Priscilla Presley, hatte das 45 Millionen Dollar teure und 200.000 qm große Areal am 2. März 2017 feierlich eröffnet.

Schwer vorstellbar, dass all diese Gegenstände des King vorher irgendwo drüben in der Graceland Mansion untergebracht waren. Es gibt so unfassbar viel zu sehen! Neben zahlreichen Souvenierläden zwischen den einzelnen Hallen, kann man die Besitztümer des King besichtigen, die jeweils als Themenbereiche in separaten Hallen ausgestellt sind:

  • Presley Motors Automobile Museum: Eine beachtliche Sammlung von Elvis Presley’s Lieblingsautos und Motorräder
  • Elvis Discovery Exhibits: Eine Sammlung von verschiedenen Exponaten, persönliche Abschnitte seines Lebens, wie z.B. Kindheit in Tupelo und die Armeezeit in Deutschland.
  • The Entertainer Career Museum: Goldene Schallplatten, seine berühmten Overalls und vieles mehr

Das Presley Motors Automobile Museum – Die coolen Karossen des King!

Elvis besaß eine beeindruckende Sammlung von schönen Autos und Motorräder. Ich könnte spontan nicht sagen, welches Fahrzeug mein Favorit wäre. Dürfte ich mir eines davon aussuchen, wäre es eine verdammt schwere Entscheidung.

Bitte entschuldigt die zum Teil verschwommenen Bilder. Die Lichtverhältnisse waren zum Teil sehr schlecht. Besonders im mittleren und hinteren Bereich der Halle. Die Bilder habe ich mit meinem Smartphone aufgenommen. Ich hatte meine Spiegelreflex nicht eingepackt.

De Tomaso Pantera, besitzt zwei Einschusslöcher im Lenkrad und eines im Bodenbereich. Elvis soll vor Wut auf das Fahrzeug geschossen haben, als es nicht ansprang. Davor hatte er sich wohl mit seiner damaligen Freundin Linda Thompson gestritten.
Der 1956er Cadillac Eldorado war ursprünglich weiß. Elvis ließ das Auto nach Kauf lila lackieren und auch den Innenraum individuell gestalten.
Der Pink Cadillac 1955er Fleetwood, individuell lackiert, den er seiner Mutter schenkte
Elvis Presleys Mercedes Benz, 280SL Roadster von 1970 
1956er Lincoln Continental
Der MG von 1960, fuhr Elvis in seinem Film „Blue Hawaii“

Elvis Discovery Exhibits

Die Sammlung von Elvis‘ persönlichen Gegenstände war sehr interessant, vor allem die Dinge, die ich aus seinen Biografien und/oder Bildbänder kannte. Diese persönlichen Dinge in Echt zu sehen entfachte schon ein besonderes Gefühl in mir.

Die Ausstellungsstücke werden in den Hallen verständlicherweise alle hinter Glasvitrinen aufbewahrt. Dadurch wurde das Fotografieren jedoch ziemlich erschwert. Um Spiegelungen zu vermeiden, musste ich die Bilder leider aus unvorteilhaften Winkeln knipsen.

Die Besichtigung der Hallen sind im Übrigen nicht separat buchbar! Ein Besuch ist nur in Kombination mit der Graceland Mension-Tour verbunden!

The Entertainer Career Museum

Auch hier sind viele persönlichen Gegenstände des King ausgestellt. Die beziehen sich jedoch auf seine Karriere. Hauptsächlich geht es in diesem Ausstellungsbereich um seine Bühnenkostüme und seine goldenen Schallplatten. Und was beides betrifft, hat er wirklich enorm viele besessen! Ich hätte hier wie wild knipsen können, habe aber ehrlich gesagt nur die Kostüme oder Ausstellungsstücke fotografiert, die mir persönlich am besten gefallen haben. Natürlich gibt es heute nicht alle Bilder zu sehen.

Im Bild oben: Elvis‘ erste Hit-Single die er 1954 spontan im Sun Studio aufgenommen hat, und am nächsten Tag schon zum Radio-Hit wurde. Damals war er erst 19 Jahre alt.

Bild unten links: die beiden Menschen, die maßgeblich zur seiner Karriere beigetragen haben: Sun Philips, Besitzer des Sun Studio und die Sekretärin Marion Keisker.

Das Sun Studio haben wir im Übrigen am darauffolgenden Tag besucht. Der Bericht dazu folgt demnächst. Solltet ihr unbedingt mit auf eure Liste setzen, wenn ihr in Memphis seid!

Prominente Elvis Fans

Ja, es gibt dort auch eine Halle mit einer großen Ausstellung über Prominente, die genau wie ich große Fans von ihm waren oder sind. Ein paar waren mir bekannt, einige haben mich ziemlich überrascht, wie Jimi Hendrix oder Dwayne Johnson.

„Before Elvis there was nothing“ – John Lennon

…und die vielen Elvis Souvenirs…überall!

Und während man durch diese Hallen läuft, wird man natürlich von seinen größten Musikhits begleitet, was dieses Elvis-Erlebnis-Gefühl verstärkte. Im positiven Sinne, verseht sich. Mir fällt ein, dass es dort irgendwo noch eine dunkle Halle gab, mit einer großen Leinwand. Es zeigten einen alten Kinofilm von Elvis. Ich meine, es müsste Clambake (dt. „Nur nicht Millionär sein“) gewesen sein.

Ob ihr es glaubt oder nicht: ich habe an diesem Tag kein einziges Souvenir-Stück gekauft! Vor 20 Jahren jedoch, wäre ich mit Bestimmtheit mit einigen Tüten raus gelaufen! 😀

Ein schönes Bild von der Beale Street aus den 50er. Siehe auch mein Beitrag darüber: die Beale Street.

Die Jets des King of Rock’n Roll

Die Besichtigung der beiden Jets lief für mich persönlich völlig emotionslos ab, wenn ich ehrlich bin. Vielleicht mag das auch daran gelegen haben, dass die Innenausstattung abgedeckt war, vielleicht auch, dass beide Flugzeuge optisch nicht mehr ganz frisch wirkten. Man läuft kurz durch, und das war’s auch schon.

Das kleinere Flugzeug war aufgrund seiner winzigen Größe nicht begehbar. Man stand vor einer Scheibe und durfte immerhin einen kleinen Eindruck erhalten.

Unser Besuch des Musicgate am Abend

Die beste Zeit für Fotos am berühmten Music Gate ist natürlich, wenn die Tore des Gracelands-Mansions geschlossen sind. Ich überredete mein Hubby am Abend nochmal hin zu fahren, denn ich wollte unbedingt ein Foto vor dem Tor. Nur mit einem Foto vor dem Tor wurde mein Graceland-Besuch erst komplett. Ohne hätte mir etwas gefehlt.

Es war überraschend wenig los am Abend. Die wenigen Fans warteten geduldig, bis jeder an die Reihe kam. In der Zwischenzeit konnte man die ganzen Inschriften der Fans auf der Mauer bewundern, und nicht nur das! Der Boden und auch sonst alles in der Nähe war voller Namen und Liebesbekundungen an den King. Es gab kaum Platz für neue Botschaften. Wahnsinn! So etwas hatte ich bisher noch nie gesehen! Und so oft wie ich hier das Wort „Love“ gelesen habe, könnte man die ganze Welt damit retten.

Wie man sieht, ist auch der Boden vor der Mauer voller Inschriften
Das ist übrigens mein Souvenir von Graceland…nicht das Buch, das habe ich schon lange, sondern das Rotahorn-Blatt. Das habe ich damals vom Boden aufgehoben…

Natürlich haben auch wir uns verewigt. Freundlicherweise konnten wir uns einen Stift von einem Fan ausleihen. Falls ihr auch plant Fotos am Tor zu machen und euch ebenfalls hier zu verewigen, dann denkt unbedingt daran einen geeigneten Stift, wie z.B. einen Benzinstift oder ähnliches mitzubringen. Ich habe aber auch Inschriften gesehen, die mit einem Nagellack gemalt waren. Not macht erfinderisch! 😀

Wer all das hier in Graceland live gesehen und erlebt hat, wird selbst als jemand dem Elvis Presley vorher völlig schnuppe war, diese „heiligen Stätten“ mit einer mindestens kleinen Portion Sympathie für den King verlassen.

Ich konnte das Phänomen bei meinem Mann beobachten, der beim Thema Elvis immer etwas allergisch reagierte. Warum auch immer, ich weiß es nicht, denn mein „Fan-Sein“ habe ich nie richtig nach außen gekehrt oder Elvis je in der Beziehung zum Gesprächsthema gemacht. Alleine, dass ich ihn toll fand, war störend für ihn.

In Graceland jedoch musste er zugeben, dass ihm, wenn er so darüber nachdachte, kein anderer großer Superstar einfallen würde, der so einen immensen Einfluss auf die Musik und Musiker gehabt hatte, und weiterhin noch hat, wie Elvis Presley. Er überlegte, wessen Anwesen nach seinem Tod eine Pilgerstätte für die Fans werden könnte. Es fiel ihm kein einziger Musiker ein.

Nun, die Zeit wird es zeigen. Bestimmt wird noch ein weiterer Mensch kommen und die Massen so begeistern wird wie er, völlig egal welcher Rasse oder Religion man angehört…irgendwann.

Macht’s gut ihr Lieben und bis ganz bald!

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

11 Kommentare zu „Graceland – Entertainment Complex & das Musicgate

  1. ich bleib dabei , du schreibst echt tolle Beiträge die so informativ und mit guten Fotos versehen sind. Die muss man sich einfach anschauen ob Elvis Fan oder nicht !!!
    Für einen Fan sind solche Pilgerstätten einfach ein „Muss“ und ich als Niki Lauda Fan bin mal extra an seine damalige Villa bei Salzburg gefahren um sie anzusehen. Ein Foto habe ich noch davon !!!! Also ich habe dafür Verständnis wenn jemand sowas unbedingt sehen möchte und zwar egal von welchem Künstler !!! Über Elvis kann nicht nichts schreiben weil ich ihn logisch kenne, aber zuwenig über ihn weiß. Denke nur er hat schon auch einen gewissen Größenwahn bekommen und diesen auch ausgelebt. Wer schießt auf sein eigenes Auto oder einen Fernseher habe ich auch mit einen Einschußloch gesehen ?
    Was mit nicht so gefällt sind die Farben die er egal wo bevorzugt hat. Die finde ich einfach kitschig ! Wer lackiert sein Auto „Lila “ ??? da gäbe es noch viele Beispiele ! Es geht so nach dem Motto “ hauptsache auffallen “ !!!! Auf jedenfall war es für die ein riesen Erlebnis und ich könne dir das ! Das wirst du noch lange darüber reden !!!! LG Manni

    1. Ein großes Lob! Vielen Dank, Manni! 🙂
      Durchaus! Trotz dass ich ein großer Fan von ihm bin, finde ich viele Dinge ebenso fragwürdig. Speziell die Geschichten mit der Ballerei, aber da gibt es noch weitere…

      Total! Ein Lila Cadillac geht gar nicht! Ich habe nichts gegen die Farbe Lila, aber sie passt einfach nicht zu diesem Kultauto. Ich musste dabei seltsamerweise immer an Cassis-Bonbons denken (keine Ahnung warum) und die mag ich gar nicht! *lach* Dennoch war es gigantisch dort zu sein. Memphis fand ich allgemein richtig toll!

      Liebe Grüße!

  2. Ein toller Beitrag über dein Graceland Besuch und ich finde auch, dass diese Pilgerstätte unbedingt ein muss ist. Meine Schwester ist auch ein riesen Elvis Fan und wir haben schon ausgemacht, irgendwann mal nach Memphis zu gehen. Dein Besuch mit wunderbaren Fotos hat bei mir auf jeden Fall einen sehr beeindruckenden Eindruck hinterlassen
    LG Andrea

    1. Oh, ich beneide euch beide jetzt schon! Es wird euch total gefallen! Macht es jedoch besser als wir und setzt Tupelo unbedingt mit auf eure Liste! 😀

      Bin jetzt schon gespannt auf deine Bilder!
      Ganz liebe Grüße!

  3. Ganz tolle Eindrücke mal wieder… …und schön auch, dass sie bei mir Erinnerungen wachrufen. Ich steh‘ zwar gar nicht so auf Autos, aber das Automobilmuseum rockt schon tüchtig. 🙂 Du, das andere Museum kannte ich gar nicht. Gab es damals vielleicht noch nicht…. …sieht aber super beeindruckend aus. Danke für die Eindrücke.

    Liebe Grüße

    1. 😀 Danke dir! Ja, den großen Komplex auf der anderen Straßenseite gibt es auch erst seit Mail 2017. Dein Besuch war ja in den 1990er Jahren, wenn ich mich noch recht erinnere. Schätze, da sah Memphis im Allgemeinen noch ganz anders aus wie heute. Ich wünschte, ich hätte die Stadt von damals auch sehen können…

      Echt? Auf was stehst du dann so? Auf Jets, Boote, Züge? Die mag ich auch alle…bis auf die Züge…die vielleicht nur etwas. *lach*

      Liebe Grüße!

      1. ….ne, keine Jets und Boote… …vielleicht ja doch Züge 😜 …habe mir erst letzte Woche eine kleine Straßenbahn gegönnt… …bin dann aber leider zu schnell gefahren und mich hat dann doch glatt eine Polizeibahn verfolgt 😂🤣😉😉😉

      2. 😂 😂 😂
        Ich habe auch einen Kollegen der voll auf sowas abfährt. Mit dem könntest du sicherlich stundenlang fachsimpeln. Ja, warum nicht? Macht sicherlich sehr viel Spaß!

  4. ich war zwar nie explizit elvis fan, aber ich mag viele seiner lieder sehr und er war wohl der einzige musiker, den sowohl meine oma, als auch meine mama, als auch ich hören mochten und allein das macht ihn zu etwas besonderem. sein einfluss auf die musik ist unbeschreiblich, überhaupt, auf die ganze popkultur und irgendwann sollte ich mir das da auch wohl anschauen. graceland, ja, das kennt man, auch aus liedern, von simon and garfunkel, von kettcar – das sind mal die, die ich im ohr habe. tolle eindrücke von einer figur, die in der heutigen zeit wahrscheinlich so nicht mehr entstehen könnte. ich frage mich oft, ob es jemals wieder solche künstler geben wird, ob in den nächsten jahrzehnten jemand aus der heutigen zeit auf nur annähernd ähnliche weise in erinnerung bleiben wird und ich kann es mir kaum vorstellen.

    1. Das hast du wirklich schön gesagt! ♥
      Wir haben auch lange überlegt, wer diesen Status heute oder in Zukunft einnehmen könnte. Uns fiel auch niemand ein.

      Einerseits ist es schon krass, dass heute noch so viele Menschen zu ihm nach Memphis pilgern, wie zu einem Heiligen, aber wiederum ist es total ok, weil es sich um Elvis handelt. Da kann man eine Ausnahme machen. *lach*

      Solltest wirklich mal hin, wenn es sich mal in die Richtung verschlägt. Würde dir dort sicherlich auch sehr gut gefallen!

Ich freue mich mega über jeden Kommentar!

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