WINTERTRAUM im Örtchen // Ein Spaziergang im Schnee

Gerne würde ich hier viel öfter über Dinge berichten, die mich glücklich machen, Freudensprünge auslösen oder andere nette Ereignisse des Lebens kundtun. Aktuell sind diese jedoch sehr rar gesät. Oftmals muss man sich besinnen, dass auch Kleinigkeiten einem Freude bereiten können. Zum Glück schenkt uns das Leben manchmal Momente, die man im Alltag, oder im eigenen Wohnort so gar nicht erwartet hätte. Magische Augenblicke. Wie letztes Wochenende zum Beispiel.

Da schneite es bei uns im Örtchen wie schon lange nicht mehr. Kaum hatten wir den Gehweg vor der Haustüre vom Schnee befreit, waren wir angefixt. Wir mussten unbedingt einen Schneespaziergang machen. Der Schnee war perfekt. Genau die Sorte „Knirsch und Pappig“ und ideal für einen Schneemann-Bau. Wir marschierten wie so oft die steile Straße hoch zu den Feldern. Denn dort oben auf der Anhöhe gefällt es uns am besten. Kaum Autos oder Radfahrer, erst recht nicht wenn der Schnee fällt.

Wir kamen oben an und es war wie in einem Traum. Etwas vergleichbares habe ich bei uns so bisher noch nie erlebt, zumindest kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Etwa 50 km weiter auf der Schwäbischen Alb ist so ein Anblick im Winter sicherlich nichts Besonderes.

Irgendwann tauchten im Horizont winzige graue Umrisse auf, ebenfalls Spaziergänger.

Da oben auf der Anhöhe, gab es eine besondere Stelle, wo die Felder um uns herum komplett mit Schnee bedeckt waren. Der Himmel hatte die gleiche trüb-graue Farbe, wie nun die Erde. Man sah lediglich eine leichte Schattierung der Grenze zum Horizont, und die leichten Umrisse des Weges vor uns. Ein paar Hundert Meter weiter, schien sich alles wie im Nichts aufzulösen. Das Ganze hatte etwas komplett surreales, wie aus einem Science Fiction a la The Mandalorian. So in etwa stelle ich es mir auch in der Arktis vor. Was für ein Anblick! Unvergesslich.

Ich hatte extra meine gute Kamera eingepackt, aber sie kam nicht zum Einsatz. Irgendwie hatte ich erwartet, dass der Schneefall nachlassen würde. Stattdessen schneite es nun dichter und in großen dicken Flocken. Ich traute mich nicht, das gute Stück auszupacken. Zwar hatte ich oft gelesen und auch in diversen YouTube-Videos von Fotografen erfahren, dass eine Spiegelreflex-Kamera Einsätze im Schneefall locker aushalten kann, lediglich den Objektivwechsel solle man möglichst vermeiden, damit keine Feuchtigkeit in das Innere der Kamera eindringen kann. Bei den großen Flocken jedoch, wollte ich meine lieber doch nicht auspacken. Grund dafür war der Zustand meines Mantels. Der hatte nach ein paar Minuten Marsch schon deutlich nass-glänzende Flecken auf Schultern und Armen. Also besser sein lassen. Sicher ist sicher. So musste wieder mein treues und wasserdichtes Apfelphone her halten.

Doch trotz der festen Brennweite, ohne Belichtungskorrektur und den automatischen ISO-Einstellungen, hat mein Smartphone doch einen ganz guten Job geleistet (zugegeben, den Weißableich auf den Fotos habe ich hinterher am PC korrigiert). Ja, ich weiß natürlich, ich hätte entsprechende Foto-Apps zu Hilfe nehmen können, die mehr manuelle Einstellungen bieten und Smartphone-Fotos sogar im RAW-Format knipsen, doch in dem Moment des Geschehens war mir die Fummlerei um die richtige Einstellung dann doch zu mühsam. Ich bin da etwas faul – oder sagen wir es mal positiv: ich genieße lieber den Augenblick, statt entscheidende Momente wegen des Herumfuhrwerkens zu verpassen. Auch wenn ich es hinterher manchmal oft bedauere, aber nur der Qualität der Bilder wegen.

Nachdem wir vom ursprünglichen Pfad abgebogen waren, kamen wir an einem einsamen Hochsitz vorbei. Wir beschlossen ihn zu besteigen. Der Hubby kletterte als erster hoch, warnte uns oben jedoch ihm zu folgen. „Es fühlt sich nicht stabil an“, meinte er“, viel zu wacklig für drei Personen!“ Ich bat ihm daraufhin wenigstens ein paar Bilder von der Aussicht dort oben zu knipsen. „Muss das sein? Hab keine Lust“, erwiderte er brummig. Er hat dann aber doch noch ein paar Aufnahmen gemacht. Auch später, als er wieder stabilen Boden unter den Füßen hatte. Immerhin. Jetzt gibt es auch Fotos von mir vom Schneespaziergang…wenn auch nicht ganz freiwillig geknipst.

Im Übrigen habe ich es hinterher bedauert nicht die Plattform alleine bestiegen zu haben. Wer weiß, was mir für tolle Aufnahmen nun entgangen sind. Typisch halt. Also, lieber gleich handeln, statt später über das „Was-wäre-wenn“ zu grübeln.

Gegen Ende unseres Spaziergangs beschlossen der Papa und das Töchterchen es mir nach zu machen (Foto fehlt leider!) und auch einen Schneemann zu bauen. Der mühsam aufgerollte Schneeball der beiden, entglitt ihnen jedoch aus irgendeinem Grund, rollte fröhlich humpelnd den kleinen Hang hinunter, prallte auf und zerbrach in tausend Teile.

Den Schneemann hier entdeckten wir auf unserem Rückweg. Die Handschuhe bekam er kurzfristig von uns geliehen.

Nun hatten sie keine Lust mehr. Ein Zuspruch half auch nicht. Faule Pappnasen! Dann ging es auch schon wieder zurück nach Hause. Wurde auch Zeit, denn mittlerweile waren wir halb aufgeweicht.

Zum Schluss noch: damit ihr von eurem Besuch bei mir mehr davon habt, als nur ein paar nette Smartphone-Schneebilder, habe ich extra für euch ein paar nützliche Tipps für bessere Schneefotos recherchiert. Die folgen nun im Anschluss. Hätte ich vorher etwas Zeit gehabt und recherchiert, so hätte ich am besagten Tag ein paar davon umsetzen können. Sogar ohne groß herumexperimentieren zu müssen. Dabei denke ich insbesondere an die Sache mit der Überbelichtung des Schnees und HDR-Fotos.

Und wenn es mir die Zeit erlaubt, werde ich zudem auch meine Videoaufnahmen von diesem Tag zusammen schneiden und hochladen. Denn egal wie toll die Fotos geworden sind, die Eindrücke die man beim Anblick von bewegten Bilder bekommt, können Fotos einem einfach nicht geben. Finde ich zumindest…

Tipps für bessere Schneefotos:

Tipp 1: Fotografiert im RAW-Modus. Diese speichern mehr Bilddetails. Im Nachgang kann man die Glanzlichter evtl. etwas herunter schrauben und den Schattenbereich aufhellen.

Tipp 2: Testaufnahmen machen. Prüfen, ob das Resultat auf dem Bildschirm dem nahe kommt, was man mit dem eigenen Auge sieht. Wenn nicht, versucht es mit den verschiedenen Licht-Einstellungen der Kamera (Sonnenschein, Bewölkter Himmel usw.) .

Tipp 3 (Smartphone): Spielt mit dem Helligkeitsregler eures Smartphones. Tippt dazu auf eurem Bildschirm den Schnee an und dreht den Regler (Sonnensymbol) behutsam hoch. So wird der Schnee etwas überbelichtet. Grund: Schnee reflektiert die Helligkeit enorm, wodurch die automatische Belichtung der Kamera manipuliert wird. Die Bilder werden unterbelichtet und der Schnee wirkt eher grau und matschig, statt strahlend-weiß. Daher immer eine oder zwei Stufen überbelichten. 

Tipp 4 (für Photoshop-Anwender): Knipst zwei RAW-Varianten mit unterschiedlichem Weißabgleich. Bild 1: mit kühler Einstellung (Farbtemperatur-Regler z.B. 5000 Kelvin) und Bild 2 etwas wärmer (mit 7000 Kelvin). Nun beide Bilder als Ebenen in Photoshop übereinander legen und durch Ändern der Deckkraft die Farbabstimmung fein dosieren.

Tipp 5 (Smartphone): Die HDR-Funktion der Kamera nutzen, oder Fotos mit HDR-Apps knipsen. Die High Dynamic Range Aufnahmen geben Fotos mehr Detailtiefe und Kontrastschärfe, denn hier werden zwei unterschiedlich belichtete Bilder zu einer Aufnahme kombiniert (Ich habe dummerweise nicht daran gedacht…).

Tipps und Tricks für das Fotografieren im Winter: fujifilm-x.com
So fängst du Wintermotive gekonnt ein & Bildbearbeitungstipps: fotoschule.fotocommunity.de

So. Jetzt wünsche ich mir dass der Schnee genau so fällt wie neulich. Dabei der Himmel auch so trüb-grau wird und leicht neblig. Dann kann ich wieder losziehen um noch bessere Schneefotos zu knipsen, bevor der Frühling kommt.

Machts gut ihr Lieben und bleibt gesund!

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Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

5 Kommentare zu „WINTERTRAUM im Örtchen // Ein Spaziergang im Schnee

    1. Danke schön! ❤
      Ja, nicht wahr! Ich war jedoch etwas traurig. Da hab ich mir was gewünscht und es wurde quasi gleich erfüllt. 😀 Doch nach der Arbeit musste ich mit Töchterchen zum Arzt und da hatte das Tauwetter auch schon wieder all das schöne Weiß zerstört.

      Wünsche dir eine tolle Woche. Liebe Grüße!

    1. Danke dir! ❤
      Wie schade. Ich kann dir nachfühlen, denn genauso erging es mir gestern. Es schneite wie bestellt, alles wieder herrlich weiß und der Himmel genauso trüb-grau wie neulich. Doch nach der Arbeit hatte ich einen wichtigen Arzttermin.

      Alles Gute im Übrigen für dein Studium. Das geht natürlich vor.

      1. hach das ist immer schade. aber zumindest hattest du das winterwunderland schon einmal dieses jahr <3

        danke – teil 1 schließe ich hoffentlich nach dem sommer ab!

Ich freue mich mega über jeden Kommentar!

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