
Lindau hat mich ab der ersten Minute verzaubert. Keine große Überraschung für alle, die mich kennen. Man könnte fast sagen: Jede Stadt, die mich begeistert, liegt irgendwo am Wasser. Am Fluss, am See oder am Meer. Es ist schlicht eine andere Lebensqualität, wenn eine Stadt Zugang zum Wasser hat. Für mich bedeutet es Freiheit: ins Boot springen, irgendwo anders anlegen und die neue Gegend erkunden. Ähnlich wie Bahnhöfe oder Flughäfen. Auch diese Orte ziehen mich magisch an, und das ist so seit ich denken kann.

Lindau hat irgendwie alles. Die Stadt liegt am Bodensee mit einem atemberaubenden Blick auf die majestätischen Berge der Schweiz, dazu eine charmante Altstadt, tolle Restaurants und Cafés, die berühmte Hafeneinfahrt mit Leuchtturm und Bayerischem Löwen, dem Mangturm, eine schöne Uferpromenade sowie idyllische Plätze wie dem Toskanapark, an denen man wunderbar Zeit verbringen kann.
Dazu kommen Schifffahrten auf dem Bodensee, der Wochenmarkt, kulturelle Angebote wie Museen und die Lindauer Marionettenoper sowie saisonale Highlights. Eine Schifffahrt haben wir uns wie immer gegönnt, für die anderen Punkte jedoch fehlte leider die Zeit, weil wir die Stadt unter anderem an einem Sonntag besucht haben.
Blick auf die Berge in der Schweiz

Manchmal fühle ich mich unterwegs wie ein kleines Kind, das einen großen Karton voller liebevoll verpackter Geschenke vor sich hat und diese eines nach dem anderen auspackt. Neugierig, erwartungsvoll, voller Freude. Jedes einzelne wird betrachtet und man überlegt was man damit anfangen könnte, welche Möglichkeiten darin stecken.
Genauso geht es mir, wenn ich eine neue Gegend erkunde. Am liebsten eine Großstadt. Wie ein Kind, das in den Karton greift, frage ich mich voller Vorfreude, welchen Weg wir als Nächstes einschlagen oder welche Sehenswürdigkeit zuerst entdeckt werden will. Alles ist neu und aufregend, und doch erinnert manches an andere Orte, weckt Erinnerungen und vertraute Gefühle. Diese Mischung aus Neugier, Vorfreude und Wiedererkennen, hat für mich etwas sehr Kindliches und gleichzeitig etwas Heilendes. Vielleicht suche ich genau deshalb immer wieder diese Momente, gönne mir neue Ausflüge, wann immer sich Gelegenheit und Wetter bieten.

So ging es mir auch an diesem Tag in Lindau. Das Navi lotste uns zunächst zum Parkplatz am Herbergsweg, direkt neben dem Limare Schwimmbad und dem Landratsamt Lindau. Ein bisschen abseits zwar, aber dafür wurde uns die Möglichkeit geboten, die weniger touristischen Ecken der Stadt zu erkunden und im Toskanapark angekommen, die unglaubliche Sicht auf die Berge in der Schweiz zu bewundern. Wahnsinn! Zum Glück hatte ich meine Spiegelreflexkamera eingepackt, denn ich konnte später vom Schiff aus weitere grandiose Ausblicke genießen und festhalten. Hier einige meiner Lieblingsbilder:

Für alle Hobbyfotografen unter meinen Lesern: An meiner Spiegelreflexkamera ist momentan das Zoomobjektiv Tamron AF 70-300mm f/4-5.6 LD* im Einsatz. Dieses gewinnt im Übrigen im Wettstreit immer wieder gegen meine anderen Objektive im Besitz. Es begleitet mich nun seit zwei Jahren auf fast jeder Tour, denn für weit entfernte Motive ist es schlichtweg unschlagbar. Ich liebäugle aktuell mit dem Nikon AF-S Nikkor 80-400mm F/4.5-5.6 G ED VR* um mehr Möglichkeiten im Zoombereich zu haben. Bei Nahaufnahmen nutze ich meinen Smartphone, denn ich mag kein zweites Objektiv oder eine weitere Kamera herumschleppen. An heißen Tagen ist ohnehin jedes Gramm eine gefühlte halbe Tonne, zumal die Trinkflaschen, Snacks und sonstiger Kram auch noch ins Gepäck wollen.
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Wie ihr seht, lohnt es sich für Lindau definitiv ein Zoomobjektiv einzupacken. Damit holt ihr euch nicht nur die Postkartenansicht nach Hause, sondern auch die Momente, die man fast verpasst: die Berggipfel auf der Schweizer Seite, die abwechslungsreiche Küste des Bodensees, oder die beeindruckenden Wolkenformationen am Himmel, die so langsam über den See ziehen, dass man kurz vergisst, was man eigentlich fotografieren wollte.
Auf dem Weg zur Insel

Nachdem wir die wunderschöne Aussicht im Toskanapark auf den Bodensee bewundert hatten, machten wir uns auf den Weg zur Chelles-Allee, der Brücke die das Festland mit der Insel Lindau verbindet. Wir befanden uns eindeutig auf der weniger spannenden Seite, denn rechts in Richtung Insel eröffnete sich ein toller Blick auf den Bahndamm, der sich rund 670 Meter Luftlinie entfernt befindet. Dazwischen breitet sich der Kleine See wie ein stiller Wassergraben aus. Da auf der Brücke reger Verkehr herrschte, blieben wir auf unserer Seite und beschlossen sie bei unserem Rückweg zu nehmen. Doch das geriet später völlig in Vergessenheit.
Am Ende der Straße am Kreisverkehr, befindet sich auf der linken Seite ein kleines Ticket-Häuschen der Bodensee Schiffsrundfahrten. Dort besorgten wir uns gleich die Boardkarten für die nächste Rundfahrt. Und bis es soweit war, nutzen wir die Zeit um die Insel und die Altstadt ein wenig näher kennen zu lernen. Milde Seeluft, traumhafte Landschaft, herrlich sonniger Tag, belebte Stadt am Sonntag…ich war in meinem Element. Urlaubsfeeling und die erwähnte Vorfreude kehrte ein, diese hübsche Stadt bis zum letzten Winkel zu erkunden.
Spaziergang am Seeufer & an der Gerberschanze

Beim Bäcker in der Schmiedgasse, holten wir uns schnell eine kleine Stärkung für unterwegs, dann ging es weiter in Richtung Hafen. In der Fischergasse, 19 – 21 versteckt sich ein niedrigen Durchgang der zur „Zur Gerberschanze“ führt, eine historische Bastion aus dem 17. Jahrhundert, die einst Teil der Befestigung gegen Angriffe von der Seeseite war. Heute ist sie ein ruhiger, erhöhter Aussichtspunkt mit Sitzbank und einer kleinen Kiesbadebucht direkt am Bodenseeufer. Den Namen verdankt sie übrigens der Gerberzunft, die hier früher ihre Felle zum Trocknen auslegte. Von hier aus ist es nur ein kurzer Spaziergang bis zum Hafen.


An der Gerberschanze angekommen, biegt ihr rechts auf einen schmalen Kopfsteinpflasterweg (s. Bild weiter oben) ab, der sich zwischen Stadtmauer und Hafenschuppen zum Bodensee öffnet. Hier beginnt der Gustav‑Röhl‑Uferweg, der euch nah am Wasser entlang bis zur Schiffswerft führt. Der Uferweg wurde im Übrigen nach dem Lindauer Politiker Gustav Röhl (SPD) benannt, der sich nach 1945 stark für soziale Belange eingesetzt hat. Quelle: Wikipedia
Nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt, wird er gern als einer der ruhigeren Spazierwege rund um die Insel beschrieben. Wir haben ihn an diesem Tag eher anders erlebt. Es waren einfach zu viele Spaziergänger unterwegs. Dass es hier ruhig ist, muss sich wohl rumgesprochen haben.
An der Römerschanze & Seekiosk

Am Ende des Ufernweges, am Ostrand des Hafens, liegt die idyllische Römerschanze. Früher eine eigene kleine Insel mit Befestigungsmauern und einer Kapelle, ist sie heute ein begrünter Aussichtspunkt mit Blick auf den Löwen, dem Leuchtturm, auf Bregenzer Bucht und die Alpen. Ihren Namen verdankt sie römischen Münzfunden in den alten Grundmauern, die bei Umbauten und späteren Sanierungen ans Licht kamen. Diese Münzen sind heute leider nicht öffentlich einsehbar, zumindest habe ich bei meinen Recherchen keinen Hinweis auf eine Ausstellung gefunden. Dafür aber tolle historische Bilder und Zeichnungen: historischer-verein-lindau.de/galerie


Als Lindau Anfang des 19. Jahrhunderts ins Königreich Bayern eingegliedert wurde, baute man den Hafen aus. Dabei wurde die Kapelle abgerissen und der Bereich zwischen Burg und Insel zugeschüttet. Die Römerschanze verlor so ihr Inseldasein, behielt aber ihren Namen. Im Jahr 1944 entdeckte man Mauerreste aus dem 9. und 14. Jahrhundert, und bei der Platzsanierung 2018 wurden weitere historische Schanzenmauern freigelegt. Heute sitzt man hier zwischen Gras und Stein auf viel Stadtgeschichte und genießt die Aussicht über Hafen, Bodensee und Alpen.
Wenn man am Hafen und in der Nähe des Turmes eine freie Sitzmöglichkeit an der Seepromenade findet, lohnt es sich, für eine Weile auf einer der Bänke platz zu nehmen. Der Blick auf den Löwen und dem Leuchtturm, mit Seeluft um die Ohren, hat etwas Berührendes. Es gibt einem das Gefühl als befände man sich am Meer, statt am größten See Deutschlands. Viele ähnliche Erinnerungen kommen hoch und man beginnt zu träumen. Rund 536 Quadratkilometer ist er groß, der Bodensee. Deutschland hat übrigens mit etwa 62 % den mit Abstand größten Anteil an der Gesamtfläche. Danach folgen die Schweiz mit rund 27 % und Österreich mit 11 %.

App Tipp: Tourly Audio & GeoLens {unbezahlt; pers. Empfehlung}
Kinder haben erfahrungsgemäß selten Augen für solche Augenblicke. Für sie sind diese stillen Momente oftmals langweilig. Abhilfe schafft bei uns, wenn wir die Tochter in ein Gespräch hineinholen und etwas über den Ort erzählen, vielleicht Anekdoten aus evtl. vorherigen Besuchen oder über interessante Fakten, die ich vor der Anreise recherchiert habe.
Mittlerweile gibt es jedoch tolle Apps, die spannende Geschichten und Fakten über den Reiseort erzählen:

Als Iphone-User kann ich euch die App Tourly Audio: KI Reiseführer empfehlen. Leider gibt es diese App ausschließlich für IOS. Für Android-Geräte wird GeoLens besonders empfohlen. Die App erkennt Sehenswürdigkeiten per GPS, nutzt Wikipedia-Daten und formt sie per KI in erzählerische Texte um.
Am Leuchtturm & kurze Audienz beim Bayrischen Löwen

Nun standen wir nicht weit von den beiden offiziellen Wahrzeichen der schönen Inselstadt Lindau: dem bunten Leuchtturm und dem stolzen Bayrischen Löwen. Gemeinsam schmücken sie das Hafenpanorama und gehören zu den meistfotografierten Motiven der Inselstadt. Wenn ich in meine Fotogalerie von diesem Tag anschaue, habe ich alleine schon etliche Aufnahmen von diesen beiden gemacht.

Der Leuchtturm ist übrigens zugleich der einzige Leuchtturm Bayerns, während der Löwe als bayerisches Macht‑ und Identitätssymbol die Hafeneinfahrt bewacht, die oft als „schönste Hafeneinfahrt am Bodensee“ beschrieben wird.
Nach dem kurzen Zwischenstopp beim Löwen, schlenderten wir denselben Weg zurück, vorbei am Seekiosk und entlang der Seepromenade bis zur EIL.GUT.HALLE. Schade, dass wir das Gebäude nicht von innen ansehen konnten, denn das Restaurant beherbergt eine Oldtimerausstellung. Von dort folgten wir weiter dem Schützingerweg, bis ein schmalen Pfad zum Leuchtturm abzweigt. Zugegeben ein kleiner Umweg, wenn man dem Löwen ebenfalls einen Besuch abstatten möchte.

Ich war etwas aufgeregt als ich von Weitem sah, dass sich Menschen auf dem Turm befanden, denn heute würde ich endlich einen Leuchtturm besichtigen. Bisher hatten wir bei jedem den wir angesteuert hatten, vor verschlossenen Türen gestanden: mal außerhalb der Öffnungszeiten wie in Virgina Beach oder Genua, mal saisonal geschlossen oder längst verlassen, wie auf Mykonos. Meinen ersten Leuchtturm würde ich also in Lindau besichtigen. Check!
Wir bezahlten an der Kasse direkt am Eingang und dann ging es schon links an der schmalen Treppe die Stufen hoch zum Turm. Im Inneren ist es überraschend hell und uns fielen auch sofort die schönen Wandmalereien und Inschriften auf, die sich auf mehrere Etagen verteilen. Sie sollen vom Hobby-Maler Robert Schmidt (Quelle) stammen, der den Turm zwischen den Jahren 1953 und 1955 gestalten durfte.




Seine Bilder und Texttafeln in altdeutscher Schrift sind eine Mischung aus Information und Legenden rund um den Bodensee. Zu sehen sind unter anderem Darstellungen zur Geschichte des Sees und der Bodenseeschifffahrt, zur Flora und Fauna sowie zu Wetterphänomenen wie Nebel oder Windhosen, ergänzt durch erklärende Skizzen, etwa zum Verlauf des Rheins durch den See oder zum „Rheinbruch“, einem Unterwasser‑Gefälle. Hinzu kommen anekdotische Hinweise, beispielsweise zur Nutzung des unteren Turmbereichs im Krieg. Besonders spannend: Die Eiszeit, als der Bodensee so stark zugefroren war, dass sogar Flugzeuge darauf landen konnten. Zwischendrin sind an den Wänden auch Botschaften von Besuchern aus der Neuzeit verewigt.


Dann stehen wir endlich oben auf der Aussichtsplattform und genießen die tolle Sicht auf die Stadt und auf den See. Ich bin wieder einmal froh, dass ich meinen Zoom-Objektiv eingepackt habe. Ich kann die vielen Menschen an der Seepromenade näher ran zoomen und die Gebäude der Altstadt vor mir von einer tollen Perspektive aus knipsen. Es ist nicht viel los hier oben. Ich lasse mir Zeit und mache Bilder, bis ich satt bin.
Dann werde ich von einem jungen Paar angesprochen, ob ich sie beide nicht fotografieren könnte. Das mache ich natürlich besonders gerne. Eine Spiegelreflex in der Hand macht mich wohl offensichtlich kompetent dafür. Ich frage sie noch kurz, welche Aussicht sie für ihr Foto möchten. Sie entscheiden sich für den Seeblick.


Dann geht es wieder runter, denn es wird langsam Zeit für unsere Rundfahrt auf dem See. Die Tochter drängt auch schon, sie kann es kaum abwarten. Ich wäre gerne noch eine Weile oben geblieben. Mir gefällt die Atmosphäre und das Gefühl, das mir die Aussicht beschert. Wir laufen noch eine Runde unten um den Turm herum und erblicken schmale Metallsäulen die aus dem Wasser ragen. Auf ihren Oberflächen liegen viele Münzen. Anscheinend hat man versucht mit seiner Münze auf einem der Säulen zu landen. Ob man sich dabei etwas gewünscht hat? Etwas weiter entfernt schwimmt ein großer toter Fisch im Wasser, vermutlich ein Karpfen. Kuriose Entdeckungen, die meine Tochter amüsieren.
Seerundfahrt in Lindau

Schon eine gute halbe Stunde vor Abfahrt hatte sich am Anleger an der Promenade, eine dichte Menschenansammlung gebildet. Es wurde so voll, dass man kaum glauben konnte, dass all diese Menschen auf ein einziges Schiff passen würde. Die Aprilsonne brutzelte gnadenlos über dem Hafen, es gab keinen Schatten und die Tochter beklagte sich mittlerweile ungeduldig wann das Schiff käme, über die Hitze und das Gedränge.
Als der Einlass schließlich geöffnet wurde, löste sich die Schlange in ein drängelndes Knäuel auf. Die Leute schoben sich nach vorn, als ginge es um Leben und Tod, jeder wollte einen der begehrten Plätze draußen auf dem Deck. In diesem Gedränge wurde meine Tochter von einem erwachsenen Mann einfach zur Seite gedrängt, als wäre sie nur ein Hindernis. Ich wollte etwas sagen, ließ es jedoch bleiben, aber dieses unmögliche Verhalten nagte noch eine Zeit lang an mir.


Die besten Plätze im Freien waren innerhalb weniger Augenblicke belegt. Wir haben im Schiffsinneren einen Sitzplatz am Fenster gefunden. Immerhin weg vom Gedränge uns konnten entspannt das Ablegen am Hafen bzw. das Gewusel draußen amüsiert betrachten. Es kamen immer noch Massen an Passagiere um das Schiff zu besteigen. Wahnsinn!
Dann endlich bewegte sich unser Schiff und Lindau wurde immer kleiner und verschmolz mit der wunderschönen Landschaft.
Abendessen mit herrlicher Aussicht

Als krönenden Abschluss eines tollen Tages in Lindau gönnten wir uns ein feines Abendessen im Restaurant Reutemann Seegarten. Wir fanden einen schönen Platz auf der Gartenterrasse des Hotels und genossen die herrliche Lage mit schönster Aussicht auf den Bodensee, auf den Leuchtturm und den Löwen. Dazu gab es wie immer hausgemachte Limonade, denn irgendwie wurde es zu einem Ritual, dass wir stets überall wo wir einkehren, die Limonade des Hauses probieren.
Keine bezahlte Werbung, sondern pers. Empfehlung: Das Restaurant Reutemann kann ich wirklich sehr empfehlen. Es gehört zwar der gehobenen Preiskategorie an, aber hey, gönnt euch ab und zu doch mal etwas Gutes, denn es wird hier regional und Bio gekocht!
Was ich bis heute tatsächlich nicht hinbekomme (es mir aber immer wieder vornehme): ein wirklich gutes Food-Foto von unserem Essen zu knipsen. Die Scheu, mitten unter den Leuten aufzustehen die um uns herum sitzen, habe ich einfach noch nicht abgelegt. Dazu kommt die Liebe zum Essen. Ich will am liebsten sofort loslegen, statt minutenlang den Tisch umzudekorieren und zig Bilder zu knipsen bis es blogtauglich ist. Daher entschuldigt bitte die minimalistische Präsentation.



Ich glaube jedoch es liegt primär daran, dass ich während unserer USA-Reise 2017, irgendwo zwischen Virginia Beach und Memphis, in einem Restaurant einer Kleinstadt die Salatbar geknipst habe. Als der Besitzer des Restaurants vorbeikam und mich sah, sprach er mich darauf an, dass er es nicht verstehen könne, wieso man eine Salatbar fotografiert. So etwas hätte er noch nie gesehen. Er wusste ja nicht, dass es die erste richtige Salatbar war, die wir bis dahin in den 14 Tagen Ostküste gesehen hatten. Ich glaube, dieser Augenblick hat sich bei mir negativ festgesetzt.
Dann wurde es langsam Zeit die Heimreise anzutreten. So schön es in Lindau war, über 2,5 Stunden Fahrt lagen noch vor uns, und allzu spät wollten wir nicht auch nicht ankommen, denn am nächsten Tag stand wieder Arbeit an und das Kind musste zur Schule. Auf der Heimfahrt ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren, so wie man nach Weihnachten die ausgepackten Geschenke noch einmal in Ruhe betrachtet. Lindau hatte uns einiges davon beschert und wir würden mit Sicherheit wiederkommen. Zum Schluss habe ich für euch aber noch ein paar Fakten rund um die Insel.
Lindau – Geschichte und stille Spuren

Die Stadt ist viel mehr als nur die hübsche Insel mit Hafen und Postkartenblick. Hinter dem romantischen Bild des alten Stadtkerns auf der Insel, steckt eine erstaunlich vielschichtige Geschichte: Die Stadt reicht urkundlich bis ins 9. Jahrhundert zurück, war einst Reichsstadt und über Jahrhunderte ein wichtiger Handelsort, strategisch geschützt mit Markt, Kloster, Kaufleuten und natürlich auch politischen Spannungen.
Der Name Lindau geht auf eine Urkunde von 882 zurück, in der von einer Insel die Rede ist, auf der Lindenbäume wachsen. Schon damals gab es dort ein adliges Frauenkloster, Fischerhäuser und eine kleine Siedlung; später wurde der Markt vom Festland auf die Insel verlegt, weil dieser Standort besser geschützt war. Im Archivportal könnt ihr nach historischen Bildern stöbern, falls euch die Geschichte der Stadt interessiert.



Kaum bekannt ist, dass die heutige Insel Lindau ursprünglich aus mehreren Inseln bestand. Hauptinsel, Hintere Insel und Römerschanze bzw. „Auf Burg“ sind im Lauf der Zeit durch Aufschüttungen und bauliche Veränderungen zusammengewachsen. Es gab früh eine Brücke zum Festland und später kam der Eisenbahndamm hinzu, der die Insel endgültig mit dem Umland verknüpfte.
Wer Lindau wirklich erleben will, sollte nicht nur am Hafen bleiben, sondern sich in die Altstadtgassen hineinwagen. Viele der charmantesten Ecken sind schmal, verwinkelt und tragen urige Namen wie Zitronengässele oder Pfeiffergässele. Gerade diese machen den Reiz der Insel aus, weil sie noch ein Stück des alten, dicht bebauten Stadtbildes bewahrt haben. Auch Kopfsteinpflaster, alte Fassaden und kleine Durchgänge erzählen hier eine eigene Geschichte.



Rund um Lindau ranken sich mehrere Sagen, und besonders bekannt ist die Geschichte vom Hexenstein. Der große Stein nahe der Insel wird mit einer Hexe verbunden, die der Sage nach bei ihrer Flucht aus der Schweiz beim Ritt über den See, mit dem ersten Schritt auf den kleinen (heute verschwundenen) und dann auf den großen Hexenstein auftrat und mit dem dritten Schritt das gegenüberliegende Festlandsufer erreichte. Um die Steine rankt sich eine Legende aus der iro-schottischen Missionarszeit mit Gallus und Columban. Weiterhin wird in Lindau erzählt, dass der Hexenstein vor der Römerschanze noch den Fußabdruck zeige, den Aurelia bei ihrer legendären Landung hinterlassen habe. Quelle: wikipedia
Die Stadt hat natürlich auch einige beeindruckenden Persönlichkeiten hervorgebracht. Darunter sind Herlinde Koelbl, eine renommierte Fotografin, Manfred Eicher, ein international bedeutender Musikproduzent und Mitbegründer des Labels ECM Records, sowie der Industrielle und Erfinder Gustav Dürr.

Lindau wurde und wird immer wieder als Filmkulisse genutzt, besonders die Insel, die Hafenbereiche und die Altstadt sind dabei oft zu sehen. So wurde unter anderem für die ZDF-Reihe „Der Kommissar und der See“ in Lindau gedreht, wobei Orte wie die Maximilianstraße, der Toskanapark, das Hauptzollamt und das Finanzamt eine Rolle spielten. Auch die Krimireihe „Die Toten vom Bodensee“ nutzt regelmäßig Bodensee-Orte auf deutscher Seite, darunter Lindau und Wasserburg. Der historische Zweiteiler „Landgericht“ wurde ebenfalls in Lindau gedreht, ebenso wie frühere Produktionen wie „Wir hau’n die Pauker in die Pfanne!“ und später „Bamberski – Der Fall Kalinka“. Gerade weil die Stadt mit Hafen, Altstadt, Ufer und Gassen gleichzeitig historisch, malerisch und sofort wiedererkennbar wirkt, eignet sie sich besonders gut als Kulisse für Krimis, historische Stoffe und atmosphärische Filmaufnahmen.
Ihr Lieben, bevor dieser Beitrag noch weiter ausartet, mache ich an dieser Stelle lieber Schluss. Wer mich öfter besucht hat sicher festgestellt, dass ich einfach gern ausführlich schreibe, damit möglichst viel Mehrwert drinsteckt.
Habt einen wundervollen Sommer & bis bald!

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Da will ich auch unbedingt mal hin. Danke für diesen schönen Beitrag 🫶🏽
Hallo Lilu,
vielen lieben Dank! 🥰
Freut mich wirklich sehr, dass dir mein Beitrag gefallen hat. ☺️ Den Besuch würdest du nicht bereuen, denn es ist eine unglaublich schöne Gegend, mit traumhaftem Blick auf die atemberaubenden Berge der Schweiz!