Mein April [2020] in Bildern

Wir nutzten im April das schöne Wetter so oft wie möglich aus, um Spaziergänge im Örtchen zu unternehmen. Die Sehnsucht, draußen in der frischen Luft zu sein, schien größer den je. Doch all die Schönheit und Pracht des Frühlings, trägt dieses Jahr einen fahlen Beigeschmack. Man spürt die auferlegten Beschränkungen wie eine Art unsichtbare Mauer, so als befände man sich in einem Holodeck à la Star Trek, wo das Frühling-Programm „Zuhause“ abgespielt wird. Diese Corona-Auflagen haben einem nicht nur die persönliche Freiheit geraubt, sondern auch die Freude am Draußen sein. Mir zumindest…

Lange nicht mehr so viele blühende Felder im Örtchen gesehen. Dieser zauberhafte Anblick entführt mich stets in meine Kindheit zurück…

Ein kurzer {zweckmäßiger} Ausflug

Kaum steige ich nach langer Zeit mal wieder ins Auto, werde ich mit #StayHome auf dem Display gerügt…na Klasse!

Letzten Monat hatte ich euch ja berichtet, dass Hubbys fahrbarer Untersatz plötzlich den Geist aufgegeben hat. Ausgerechnet in dieser schwierigen Zeit. Glücklicherweise mussten wir nicht lange nach Ersatz suchen und wurden nicht weit vom Wohnort entfernt in Reutlingen fündig. Am nächsten Tag fuhren hin um das Auto (so gut es den Auflagen entsprechend überhaupt möglich ist), in Augenschein zu nehmen. Während der Herzensmann das Auto genauer inspizierte und eine Probefahrt unternahm, spazierten währenddessen das Töchterchen und ich durch die Innenstadt.

Wir schlenderten durch eine völlig ausgestorbene Fußgängerzone. Es waren wenig Passanten unterwegs, meist Familien mit kleinen Kindern. Kein Wunder, denn die meisten Läden hatten Aufgrund der Pandemie geschlossen. Geöffnet waren lediglich ein Süßwarenladen, ein Buchhändler bei dem Bestellungen an einer Theke am Eingang abgeholt werden konnten, Bäckereien und hier und da mal eine Imbiss-Bude. Mir kam es vor, als wäre es Sonntag, dabei war es mitten in der Woche.

Die Marienkirche in Reutlingen, zwischen 1247 und 1343 erbaut, zählt heute zu den schönsten und bedeutendsten Sakralbauten der Gotik in Württemberg.

Hier wurde mir zum ersten Mal vor Augen geführt, wie stark dieser Virus die Wirtschaft und ganz besonders den Einzelhandel getroffen hat. Seit der Ausgangssperre hatte ich meinen kleinen Wohnort nicht mehr verlassen und während dieser Zeit hatte sich außerhalb meiner Quarantäne-Blase so vieles geändert…

Irgendwann bekam Töchterchen wieder großen Durst. Ihre kleine Trinkflasche hatte nicht lange gehalten. Also suchten wir den nächstgelegenen Bäcker auf. Doch da konnte ich nicht mit Karte zahlen, denn zu allem Pech hatte ich nicht genug Bargeld in der Börse. Nachdem wir vier Bäcker und zwei Imbiss-Buden erfolglos abgeklappert hatten und Hubby telefonisch auch nicht zu erreichen war, ärgerte ich mich langsam über diese ganze Situation, und auch darüber, dass es in der Stadtmitte keinen einzigen Supermarkt gab. Denn da hätte ich problemlos mit Karte zahlen können.

Schließlich entdeckte ich ganz am Ende der langen Fußgängerzone meine Erlösung: eine Bankfiliale. Kaum hatte ich Geld abgehoben und uns was zu Trinken besorgt, rief mich prompt Hubby zurück und fragte ob alles ok sei. „Ja, jetzt schon“, sagte ich, „hättste früher anrufen sollen…“*grummel*

Diese Erfahrung hat verdeutlicht was mir im Alltag bisher so noch nie aufgefallen ist, nämlich, dass die meisten Händler wie Bäcker und Imbiss-Buden weiterhin auf Bargeld bestehen, trotz Corona…nun gut, vielleicht hatten sie ja keine Zeit rechtzeitig umzurüsten.

Und dann kam die Maskenpflicht…

Ab dem 27. April, wurde schließlich auch bei uns in Baden-Württemberg die Maskenpflicht eingeführt. Damit das Tragen wenigstens etwas erträglicher wird und auch als Andenken an diese Zeit, habe ich uns ein paar hübsche selbstgemachte Mund-Nasen-Schutzdingens mit Drahtbügel besorgt. Diese blauen Einwegmasken sind nicht nur schlecht für die Umwelt, ich finde sie ehrlich gesagt auch irgendwie demoralisierend.

Im Übrigen kann man mittlerweile bei den meisten Online-Fotodruck-Services, sein eigenes Gesicht auf Atemschutzmasken aufdrucken lassen. Einfach im Browser „atemschutzmasken mit eigenem foto“ eingeben und schon wird man fündig. Abgesehen davon: ist euch aufgefallen, wie das Thema Umweltbewusstsein momentan in den Hintergrund gerückt ist? Verpackte Lebensmittel sind wieder salonfähig geworden…

Ein letzter Besuch der S-21 Baustelle im Örtchen

Die abgesperrte Straße hinuntersausen, bevor sie wieder freigegeben wird

Vor der Wiedereröffnung der neuen Strecke und der Vollsperrung, besuchten wir noch ein letztes Mal unsere S-21 Baustelle im Örtchen. Die Freunde darüber, dass die Landstraße am 30.April 2020 endlich wieder freigegeben werden sollte, war zugegeben sehr groß. Denn seit Anfang Januar 2019 war die Strecke nun komplett gesperrt und seit dieser Zeit mussten wir Anwohner einen großen Umweg in Kauf nehmen, um zur Arbeit zu fahren oder um Ärzte oder Händler in der Nachbarschaft aufsuchen zu können. Ursprünglich sollte die Vollsperrung ja Ende August 2019 wieder aufgehoben sein, doch die Baumaßnahmen wurden zu unserem Leidwesen immer wieder verlängert.

Was im April sonst noch so los war…

  • Das Home-Schooling ging nach den Osterferien weiter. Mit teilweise sehr anstrengenden Tagen, in denen ich mir unterschiedliche Lernmotivationen für das Töchterchen einfallen lassen musste. Wie z.B. eine Schatzsuche um das Lesen zu motivieren: Sie musste die Karte lesen um den Schatzort und schließlich auch den Schatz (Süßigkeit oder ähnliches) zu finden, oder gar Spiele nach Art Dungeons & Dragons, um die Aufgaben (Mathe) spannender zu gestalten (jede gelöste Aufgabe, öffnete dann ein „Tor zu einem neuen Reich“ oder „rettete unsere Fantasy-Begleiter aus Höhlen“ usw.). Wahrlich nicht einfach, wenn die eigenen Energiereserven am Limit sind…
…oder zur Abwechslung auch mal im Freien lernen…
  • Ein neues Familienmitglied betrat die Welt: mein Schwager (der Bruder von meinem Mann) bekam ein Söhnchen. Der hübsche kleine Engel kam erfreulicherweise gesund und ohne Komplikationen zur Welt. Ein Krankenhausbesuch war aus bekannten Gründen natürlich nicht möglich.

  • Ich wollte unbedingt unseren Balkon wieder umgestalten…mir fehlt bedauerlicherweise weiterhin die Energie dafür.

  • Im April habe ich gleich drei Zeitschriften-Abos auf einmal gekündigt. Und erneut musste ein DIY-Magazin darunter leiden. Nicht nur, dass sie heutzutage dem Internet mit ihren Themen hinterher hinken – ich habe deutlich gemerkt, dass sich meine Interessen in den letzten Jahren auf andere Gebiete verlagert haben. Ich brauche zudem Platz für neue Projekte. Bin gespannt wohin es mich hinführt…
  • Habe wieder ein paar lustige Fotoprojekte in Angriff genommen, unter der Voraussetzung, dass sie nicht viel Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen durften.

  • Stream-Empfehlung in diesem Monats: Foodhacks mit Nadaia Hussain (Netflix). Tolle Tipps, wenn es in der Küche mal schnell gehen soll…ist ja bei mir in letzter Zeit beinahe ein Dauerzustand…*räusper*
  • Mein Foto-App Fundstück in diesem Monat: Die Dazz-Cam App. Mit ihr könnt ihr tolle Vintage-Fotos erstellen. Mein absoluter Favorit ist die „Wackelbild“- Funktion der App. Wie auch unten zu sehen, kann man 2D-Bilder aus der Fotogalerie hinterher in tolle 3-D Wackelbilder verwandeln (das geht mit der Effekt-Auswahl bzw. der Kamera „D3D“).

Und hier im Vergleich das Originalfoto, dass ich während eines Spaziergangs im Örtchen geknipst habe:

App – Dazz-Cam

Download IOS: apps.apple.com/us/app/dazz-cam-vintage-camera
Download Android: play.google.com/store/apps/

Mein April-Foto-Sammelsurium

Habe spontan beschlossen eine neue Foto-Rubrik einzuführen. In dieser werde ich in Zukunft alle (restlichen) Bilder des Monats teilen, ohne einer „großen“ Story dazu.

Zum Abschluss noch eine Info, da ich in letzter Zeit öfter gefragt wurde: sämtliche Bilder im Beitrag habe ich mit meinem Smartphone geknipst. (Fabrikat Apfel, Modell 2019)

Das war’s auch schon ihr Lieben, macht’s gut und bleibt gesund!

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Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

7 Kommentare zu „Mein April [2020] in Bildern

  1. schön hier mal wieder zu lesen was im April so los war ! Ja der Frühling brach aus und bescherte sonnige Tage.
    Maskenpflicht und ja ich sah es kommen trotz Kritiker in meiner Familie ! Keiner glaubte daran, ich schon !
    Persönlich finde ich sie angebracht , weh tut es auch nicht also warum streuben !
    Inzwischen ist sie Normalität geworden und wird uns auch noch eine Weile begleiten.
    Keine Getränke kaufen können ohne Bargeld ! ja das ist so eine Sache ! Ich bin vom Prinzip her ein Gegner von Kartenzahlung ( ich weiß, stehe da alleine da mit meiner Meinung ) !!!
    Ich vermeide es so gut wie möglich und wirklich, ein paar Euro kann doch jeder für den Notfall dabei haben ohne in so eine Lage zu geraten ! Man muss nicht unnötigerweise Bargeld mit sich herum schleppen aber z. B. 10 oder 20 Euro wäre auch kein Problem.
    Also alles gut !!! LG Manni

    1. Ich habe eigentlich immer etwas Bargeld dabei, aber es passiert schnell dass man es für Kleinigkeiten ausgibt, gerade wenn man mit einem Kleinkind unterwegs ist.

      Ich kann dich gut verstehen was die Sache mit der Kartenzahlung betrifft. Ich finde nur, dass man seinen Kunden beides anbieten sollte. Es kann ja jeder selber entscheiden wie er bezahlen möchte. Wie oft hätte ich beim Bäcker gerne einen größeren Stück Kuchen mitgenommen, oder etwas mehr gekauft, hätte ich nur genug Bargeld im Geldbeutel gehabt. Und wie oft wurde ich schon weg geschickt, weil sie in der Früh keine 50 Euro wechseln wollten, ich aber vom Bankautomaten es nicht kleiner erhalten habe. So kann man sich auch Kundschaft vergraulen, wenn man Pech hat.

  2. ja es ist schon komisch immer noch alles. obwohl ich finde, dass es jetzt im mai schon spürbar weniger seltsam wird und diese vibes vorrangig (bis auf die masken) in der luft liegen. ich hab schon lang so eine baumwollmaske, aber ich find es teilweise sehr anstrengend die länger als ein paar minuten aufzuhaben, weil sie doch wenig luftdurchlässig ist. ich merke dementsprechend, dass ich es vermeide, dinge zu tun, wo ich sie tragen muss. schlecht für den handel… naja.
    dass das bei euch so extrem ist mit dem bargeld wundert mich. bei uns kann man mittlerweile wirklich fast überall mit karte zahlen. ist schon echt deppert in so einer situation wenn das kind durst hat :/

    das ergebnis dieser app sieht echt super witzig aus!!

    1. Das hast du recht. Jetzt wo die Temperaturen steigen wird es echt unangenehm, selbst in klimatisierten Räumen. Ich bin ehrlich gesagt auch nur wegen dem Nötigsten unterwegs. Macht auch keinen Spaß mehr mit so einem Ding auf dem Gesicht…

      Nicht wahr? Ich frage mich auch, warum sich die Händler noch dagegen wehren. Vielleicht sind ja die Service-Gebühren dafür viel zu hoch. Vielleicht aber auch, weil eine Kartenzahlung etwas länger dauert als in Bar. Beim Bäcker ist ja meist sehr viel los.

      Ganz liebe Grüße! ❤️

      1. das ist wohl wahr. bei uns ist die maskenpflicht ja mittlerweile schon weitgehend gefallen, ich frage mich allerdings, wieso das auf einmal möglich ist. man hört ja jetzt auf einmal gar nichts mehr, fast, als wäre das thema nicht mehr existent…

      2. Im Ernst? Krass…Wir müssen die Dinger noch tragen. Fragt sich wann die Normalität endlich einkehrt. Es gibt hier noch sehr viele Bürger die voll Panik schieben. Man sieht auch einige, die selbst draußen Masken tragen…🤷🏻‍♀️

      3. ja, die gibts bei uns auch… aber ansonsten ist außer in gesundheitsinstituten und in den öffis bei uns keine pflicht mehr. ich bin gespannt, ob das so auch gut gehen wird. ich hoff es sehr.

Ich freue mich mega über jeden Kommentar!

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