Mein Mai [2020] in Bildern

Mein Monat

Hallo ihr Lieben, es gibt eigentlich nicht großartig viel zu berichten. Der Mai ist bei mir leider nicht viel spannender verlaufen als der Monat davor. Unser Tagesablauf blieb ja stets gleich: Homeoffice, Homeschooling, Haushalt… irgendwie schien das Leben murmeltiermäßig an einem vorbeizuziehen und man schaute nur passiv dabei zu. Ich bemühte mich immer wieder auf die schönen Dinge des Lebens zu konzentrieren, versagte aber öfter als mir lieb war. Mein Energielevel erreichte im Mai den absoluten Tiefpunkt. Es wird Zeit, dass endlich wieder Normalität einkehrt…Das einzig Schöne an der Situation, waren unsere Spaziergänge die wir Aufgrund Kurzarbeit & Co., an Werktagen auch mal zu Dritt unternehmen konnten.

An einem solcher Tage packte ich meine gute Kamera ein. Ich wollte auf andere Gedanken kommen und wieder ein paar hübsche Outdoor-Familienfotos knipsen. Aber wie es halt so ist, es kam nicht wie erhofft. Meine Fotoausbeute fiel sehr gering aus. Die schönsten Plätze im Örtchen waren bereits besetzt und auch sonst waren viele Spaziergänger als üblich unterwegs. Selbst auf den Feldwegen herrsche reger Radverkehr. Es scheint, als ob Corona nicht nur bei mir das Gefühl verstärkt hat, die uns auferlegten Fesseln (Reise- und Kontaktbeschränkungen), als Freiheitsgefühl draußen in der freien Natur kompensieren zu müssen. Ich hätte es gerne etwas ruhiger gehabt, aber nun ja, es geht wohl momentan jedem so.

Immerhin hatte die Natur einige sehr schöne Motive zu bieten.

Ein trauriger Muttertag

Meine wunderschöne Mama, etwa 20 Jahre jung

Diese verhasste Pandemie hat leider dazu beigetragen, dass unsere Älteren lange Zeit von ihren Familien entrissen wurden, und bedeutende Tage wie den Muttertag, Vatertag oder Geburtstage in Einsamkeit und Isolation verbringen mussten. Auch meine Mutter litt und leidet noch sehr darunter, zumal sie sich auch im Ausland befindet. Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, dass sie diese Tage je alleine verbringen musste.

Mir ist klar, dass viele den Mutter- oder Vatertag als völlig überbewertet und Kommerzialisiert sehen, oder als einen Tag wie jeder andere, doch man sollte nicht vergessen. Es gibt Menschen die sich immer ganz besonders auf diese Anlässe freuen, weil sie vielleicht sonst keinen Besuch bekommen. Vermutlich sind es die wenigen Tage im Jahr, an den sie endlich wieder all ihre Kinder und Enkel sehen.

10 Jahre verheiratet

Dank Corona hatte ich den traurigsten Hochzeitstag ever. Ausgerechnet unseren 10. Jahrestag hatte sich diese Bazille ausgesucht. So trostlos hatte ich mir meine Rosenhochzeit ehrlich gesagt nicht vorgestellt. Keine Feier, kein Kurzurlaub und kein Restaurant-Besuch. Hoffe sehr, es klappt und wir können diesen Tag die nächsten Wochen unter besseren Umständen nachfeiern.

Nach etlichen Jahren kramte ich wieder meine Hochzeitsfotos hervor und erinnerte mich beim Durchsehen daran, wie kalt (9 Grad) und regnerisch es an diesem Tag im Mai 2010 gewesen war. Wie ich die Nacht schlaflos und total aufgeregt verbracht habe, und wie frisch und gut gelaunt am nächsten Morgen meine Hochzeits-Stylistin pünktlich vor der Türe stand. An die vielen tollen Mädels-Unterhaltungen und an die kleinen und wunderschönen echten Orchideen in meinem Haar. An den besonderen Augenblick, als mein Zukünftiger mich abholte. An unsere Trauung und an den Moment, als mein Neffe während der standesamtlichen Rede unsere Ringe fallen ließ und wir alle im Saal lachen mussten. Dann an die Fahrt mit dem Fotografen nach Ludwigsburg zum Residenzschloss* und die kleinen und tollpatschigen Momente unseres Hochzeitsschootings, an unsere Partylocation und an das üppige Festessen, von dem noch eine Menge übrig blieb. An unsere Hochzeitsband, die völlig andere Songs spielte, als vereinbart worden war. An unseren tollen DJ, der am Ende so richtig gerockt und die Situation gerettet hat. Aber auch leider daran, dass es meinem Vater an diesem Tag sehr schlecht ging und er nur wenige Stunden später nach Hause gefahren werden musste…tja, und dann an diesen schmerzhaften Moment am nächsten Morgen, als mir auf einem Schlag klar wurde, dass ich keinen Vater-Tochter Tanz gehabt hatte, und dass ich diesen besonderen Moment niemals würde erleben können… mein Vater verstarb ein paar Monate später im November 2010.

*Den Termin für Fotos im Schloss in Ludwigsburg, muss man zuvor reservieren (kostenpflichtig), denn ohne eine vorherige Anmeldung sind keine Hochzeitsfotos erlaubt!

Was sonst noch so im Mail los war…

  • Wir Geschwister pflegten weiterhin Fernkontakt per Chat und Telefon. Eine gemeinsame Video-Konferenz fiel leider Aufgrund des richtigen Timings und eines geeigneten Tools dafür ins Wasser. Eine Schwester hat es gar nicht so mit Technik und die andere verweigert strikt die Nutzung von WhatsApp. Tja, manchmal scheitert es am menschlichen…oder wie wir PC-Techniker(innen) sagen: ein Layer 8-Problem
  • Im Januar habe ich tatsächlich begonnen Leo Tolstois Werk „Krieg und Frieden“ aus meiner langjährigen „Must Read Books“ Liste als Einschlaflektüre zu lesen. Ich befinde mich noch relativ am Anfang und zwinge mich ehrlich gesagt momentan durch die detaillierten Szenenbeschreibungen des Lagerlebens der russischen Soldaten. Bin gespannt wie lange ich für das Durchlesen dieses gewaltigen Buches von über 1600 Seiten brauchen werde, oder, ob ich wie zuletzt mit „Moby Dick“ irgendwann kapituliere, weil mich die Story überhaupt nicht vom Hocker reißt. Ähnlich erging es mir im Übrigen mit Alice im Wunderland, doch ich habs tapfer durchgezogen.

    Und da ich das bei anderen immer ganz spannend finde: Welche Bücher lest ihr gerade so, und habt ihr auch eine Must Read Liste?
Foto: Clay Banks auf Unsplash
  • Wie ihr vermutlich alle mitbekommen habt, wurde am 25. Mai der 46-jährige George Floyd bei einer Festnahme in Minneapolis (USA) gewaltsam getötet. Wieder einmal ein Bürger mit dunkler Hautfarbe, der durch die Polizei während einer Ergreifung so unverhältnismäßig und brutal behandelt wurde, dass er dabei starb. Das Video über seinen Todeskampf erschütterte die Welt und entfachte eine große Welle der Entrüstung, denn es deckte auf, wie stark verankert der institutionelle Rassismus in den Staaten ist. Bedauerlicherweise musste wieder einmal ein Mensch sterben, damit das Bewusstsein der Allgemeinheit dafür wachgerüttelt wird. Wer die Entrüstung und Enttäuschung unserer Mitmenschen mit dunkler Hautfarbe verstehen möchte, der sollte sich unbedingt den Film Der 13.“ auf Netflix ansehen. Diese Dokumentation berichtet über die (gewollte!) staatliche Stigmatisierung und Kriminalisierung der afroamerikanischen Bevölkerung, die dem einzigen Zweck dient: die Bereicherung der Konzerne auf Kosten von Schicksalen und Menschenleben, mit Hilfe und Unterstützung der Politik (!), in dem man sie in Gefängnissen als Billig-Arbeitskräfte ausbeutet. Von wegen Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865! Bitte unbedingt anschauen und ausreichend Taschentücher auf Reichweite halten!
  • Im Mai haben wir erfahren, dass nach Pfingsten wieder Schulunterricht stattfinden soll. Zwar nur für zwei Schulstunden pro Tag und alle 14 Tage bis zu den Sommerferien, bin aber ehrlich froh über jede Stunde Unterricht die das Töchterchen in der Schule erhalten wird. Noch stelle ich mir die Frage, ob und wie gut das Ganze funktionieren soll. Bin gespannt.

Mein Mai-Foto-Sammelsurium

So ihr Lieben, das war’s auch schon mit meinem Rückblick. Ich hoffe ihr habt bessere Zeiten erlebt, und dürft euch vielleicht momentan wie Bolle auf euren wohlverdienten Urlaub demnächst oder im Herbst freuen. Bei uns wird höchstwahrscheinlich so schnell kein Urlaub drin sein, aus privaten Gründen. Aber vielleicht können wir irgendwo noch einen Kurztrip reinquetschen. Mal sehen was die Zeit so bringt.

Bis dahin, macht’s gut und bleibt gesund!

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Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

3 Kommentare zu „Mein Mai [2020] in Bildern

  1. es war ein seltsamer monat, es ist eine komische zeit… aber deine hochzeitsfotos sehen wunderschön aus. ihr werdet den tag bestimmt nachfeiern, „schlimmstenfalls“ 2021, mit der schnapszahl 11!
    dass es für deine mama so schwer war und auch mit deinen geschwister nicht so einfach war kontakt zu halten tut mir sehr leid. hoffen wir, dass keine zweite welle kommen wird und dass wir bald wiederunser sozialleben leben können, so wie es uns gut tut.
    die schwanfotos finde ich ganz wundervoll!

    1. Danke für deine lieben Worte! ❤️
      Ja, genau. Vielleicht feiern wir sie im nächsten Jahr als 10 +1 😀 Warum auch nicht? Tolle Idee!

  2. So wunderschöne Hochzeitsfotos hast du und mir ging es ähnlich wie dir, mein Vater ist zwei Monate nach unserer Hochzeit gestorben. Den Kontakt mit der Familie haben wir mit Skype gemacht (meine Tochter ist in Schweden) und lange tolle Gespräche gehabt. Ich war froh, dass meine Mutter mit ihrem Rollator aus ihrer Wohnung raus konnte und wir uns von Bank zu Bank unterhalten konnte. Sie ist zum Glück noch nicht im Pflegeheim. Gut, dass deine Tochter wieder Schule hat und du aufatmen kannst. Ich wünsche dir eine gute Woche
    LG Andrea

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