7 gute Gründe, warum wir nicht aufhören können mehr Microabenteuer zu unternehmen

Falls ihr euch gefragt haben solltet, wo ich so lange abgeblieben bin: Die letzten Monate meiner Blogabstinenz habe ich anderweitig genutzt. Unsere kleine Familie unternahm viele kleine Ausflüge, um unser leeres Glücksdepot wieder aufzufüllen, und um endlich wieder etwas Urlaubsfeeling zu spüren. Beinahe wie vor der „neuen Zeitrechnung“. Auch wurden stillgelegte Hobbys wie Project Life wiederbelebt. Einige Auszüge davon werdet ihr auch hier im Beitrag mit eingebaut sehen.

Während der Dokumentation unserer Micro-Erlebnisse, kam mir irgendwann die Idee einen Beitrag darüber zu schreiben, warum man jetzt wieder öfter Microabenteuer unternehmen sollte, statt sich in Besorgnis vor einer etwaigen Infizierung in der eigenen Komfortzone zu „verbarrikadieren“. Wir sollten wieder mehr aus unserer (angewöhnten) Zurückgezogenheit heraustreten, in die wir uns die letzten Jahre einnisten mussten, und das Leben wieder in vollen Zügen genießen. Wieder aktiv am Leben teilhaben.

In der Pandemiezeit saßen viele von uns stundenlang vor dem Handy, Rechner oder Fernsehbildschirm. Wir chatteten mit Freunden und Familie, swipten auf TikTok oder Instagram, zockten oder schauten stundenlang Filme oder Serien, um die Isolation halbwegs unbeschadet überstehen zu können. Einige von uns stecken heute leider immer noch in diesen Gewohnheiten, aus unterschiedlichsten Gründen. Zeit nun auszubrechen, bevor der Sommer endet und kühle Abschnitt des Herbstes einbricht.

Eines noch vorweg: seit Corona und der jüngst globalen Konflikte, musste ich erst einmal meine Werte und mein Leben neu evaluieren und sortieren. Was ist mir wirklich wichtig, was kann bleiben und was kann weg. Ich habe viele „Werte“ und Denkweisen in die Tonne geworfen, weil ich in den vergangenen zwei Jahren spürte, dass diverse Werte in Wirklichkeit nicht meine eigene waren, sondern oftmals „anerzogen“ oder einfach bequem übernommen. Seit dem bin ich mit mir Reinen. Andere Herzensdinge wie Hobbys und mein Blog bleiben. Ich möchte hier weiterhin schreiben, wenn auch nicht immer regelmäßig. Ich nehme mir die Freiheit auch mal längere Pausen zu machen. Aktuell ist mir die Zeit zu wertvoll. Die möchte ich momentan für andere Dinge investieren. An erster Stelle natürlich mehr Momente mit meiner Familie verbringen, diese so oft es geht dokumentieren. Wieder mehr unter Menschen gehen, lesen, mehr hinterfragen, dabei auch mich hinterfragen und mich weiter bilden. Denn wer sich nicht selber bildet, wird „gebildet“, sage ich einfach mal aus dem Bauch heraus.


Ich habe den Begriff Microabenteuer in meinem Beitrag ganz bewusst ausgedehnt und somit auf viele unterschiedliche Aktivitäten bezogen, die man einfach „spontan, kurz, lokal, günstig und dennoch aufregend, herausfordernd und bereichernd” unternehmen kann, denn im Grunde hat der Erfinder des Begriffs Alastair Humphreys keine feste Definition dafür in seinem Buch aufgesetzt. Im Prinzip ist es für jeden individuell und frei interpretierbar.

GRÜNDE FÜR MEHR MICROABENTEUER IM ALLTAG

GRUND 1 – SPONTAN MACHBAR, DA UNMITTELBAR IN DER NÄHE

…und oftmals günstig realisierbar. Wie neulich Hubby, der mit unserem Lieblingsschwager an einem Wochenende im Allgäu wandern und zelten war, incl. Selbstverpflegung. Ich muss grinsen wenn ich daran denke, denn ausgerechnet er, der eigentlich davon so gar nichts hielt, kam total erfrischt und begeistert zurück. Nun ist er bekehrt, angefixt und möchte öfter solche Auszeiten nehmen. So manch Microabenteuer, kann auch zu einem positiven Perspektivwechsel führen. Unerwartet wird man reich beschenkt, wenn man es wagt sich zu überwinden und über den eigenen Schatten zu springen. Und damit wären wir auch gleichzeitig bei meinem 4. Grund für mehr Microabenteuer, aber dazu komme ich noch weiter unten im Beitrag.

Nun zu unserem Kurztrip nach Füssen (Bayern) im Juni. Dieser ist tatsächlich am frühen Vormittag des selben Tages ohne lange Überlegung spontan beschlossen worden. Wir kannten die Stadt bisher nur vom Vorbeifahren auf unserem Weg nach Österreich. Außerdem befand sie sich nur etwa 2,5 Stunden von unserem Wohnort entfernt. Gesagt getan. Etwa drei Stunden später schipperten wir auch schon bei schönstem Sonnenschein, auf der Fähre über den Forggensee, dem fünftgrößte See Bayerns, der übrigens auch der flächenmäßig größte Stausee Deutschlands ist.

Der Forggensee befindet sich gleichzeitig auch am Fuße des Hohenschwangau. Das ist der Berg, an dessen Spitze das berühmte Schloss Neuschwanstein thront. Voraussichtlich wird das unser nächstes Ausflugsziel im Herbst sein. Die Anlegestelle der Fähre, befindet sich überraschenderweise am Rande der Stadt, nördlich am Ende der Weidachstraße, gegenüber vom Gästehaus Forggensee und wenige Meter vom Parkplatz 7 Bootshafen entfernt. Die Stadt Füssen jedoch, breitet sich am Fluss Lech entlang aus. 

GRUND 2 – WIEDER ETWAS URLAUBSGEFÜHL & TAPETENWECHSEL

Wir standen nun am Reling der Fähre und genossen die herrliche Sonne, den Wind, die Gerüche des Sees und das lang vermisste Freiheits- und Urlaubsgefühl keimte auf. Es war einfach herrlich und der Tapetenwechsel tat so unfassbar gut. Etwas gefehlt hat mir in wenig Stadtpanorama für die Optik, aber darüber lässt sich sicherlich streiten. Im Anschluss darauf besichtigten wir den Lechfall im Ort, schlenderten durch die Altstadt Füssens, bestaunten das Hohe Schloss (das leider schon geschlossen hatte) und lauschten den schönen Tönen des Open-Air Orchesters im Hof des Klosters St. Mang. Zum Abschluss des Tages zelebrierten wir unseren ersten Restaurantbesuch nach der langen Pandemiepause.

GRUND 3 – EINEN NEUEN ORT ERKUNDEN

Ein Microabenteuer eignet sich wunderbar, um einen Ort in Umkreis näher kennen zu lernen. Wie ja bereits erwähnt, hatten wir Füssen noch nie besucht, sondern bei der Durchfahrt lediglich einige Eindrücke erhaschen können. Der kurze Ausflug hatte sich somit voll gelohnt, und wir haben wieder einen weiteren dunklen Fleck auf unserer Landkarte der „Wunsch-Ausflugsziele“ freigelegt.

Im Übrigen lässt sich das im Alltag auch mit Kindern prima praktizieren, indem man z.B. mit dem Kind zwischendurch mal neue Spielplätze besucht (dazu kann ich euch den Instagram-Account von Spielplatzbienchen sehr empfehlen), natürlich auch Kletterparks, Wanderpfade und/oder jegliche Parks in in nächstgelegenen Orten. Im Sommer lässt sich die Aktion prima auf Freibäder und Badeseen ausweiten. Natürlich auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Noch was: kürzlich habe ich mir zu diesem Punkt „neue Orte“ entdecken, zwei Geocaching-Apps installiert, um sehr bald mit Töchterchen und dem Mann gemeinsam auf eine echte Schnitzeljagd zu gehen. Wir wollen noch warten bis die Temperaturen etwas sinken. Vielleicht berichte ich euch ja demnächst darüber, was wir da so alles erlebt haben.

GRUND 4 – SPASS & ABENTEUER & DABEI DIE EIGENE KOMFORTZONE ÜBERWINDEN

Wie wäre es mit einem Microabenteuer, um aus seinem bequemen Cocon auszubrechen und wieder auf andere Menschen zu treffen? Dabei ohne Angst gemeinsam Spaß zu haben und z. B. ein großes Event zu erleben? Das Kessel Festival in Bad Cannstatt hatten wir ehrlich gesagt so gar nicht auf dem Schirm. Ich stolperte den Tag zuvor bei meiner Suche im Web eher zufällig darüber. Somit könnte dieser Festival-Besuch auch gleichzeitig in die Rubrik Spontan & Machbar fallen.

Unter den Besuchern mischten sich tatsächlich alle Altersgruppen, von Jung bis Alt, mit Kind und Kegel, und das Angebot war wirklich abwechslungsreich. Neben kostenlosen sportlichen Angeboten (wie Baseball-Übungsanlage, Segway-Fahrten, Hüpfburgen, Paddeln am Neckar…), gab es einige Chilloasen mit musikalischer Untermalung, genügend Schattenplätze, viele tolle Essensstände, ausreichend saubere Toiletten, sogar einen kostenlosen Trinkwasserbrunnen. Und am Nachmittag konnte man das Konzert auf der großen Bühne besuchen.

Wir verabredeten uns dort mit meiner Schwester und ihrem Mann. Nach zwei Jahren Lockdown, tat es verdammt gut sich wieder zu treffen und sich normal durch die Menschenmassen zu winden. Ohne Maske, ohne Abstand und ohne irgendwelche hypochondrische Auswüchse. (& tatsächlich ohne eine Infektion als Souvenir). Es war so schön sich gegenseitig wieder ein Lächeln schenken zu können, wenn sich zufällig die Blicke trafen und jede Menge glückliche Gesichter zu sehen. Auch das haben wir gefeiert! Dabei solche Glücksgefühle zu spüren, war eine völlig neue Erfahrung für mich. Es wird nun Zeit, dass endlich eine Umkehr erfolgt was die Gesichtsbedeckung angeht, denn mittlerweile ist die Maske zum Müllproblem geworden und hat längst die Meere erreicht!

Am Abend ließen wir das Festival mit den schönen Liedern von Silbermond ausklingen. Heilung für die Seele. Auf viele weitere tolle Festivals für die Menschheit, ihr Lieben!

GRUND 5 – LIEBLINGSORTE MIT DER FAMILIE TEILEN

Ich praktiziere Microabenteuer auch mal zwischendrin, um z.B. Töchterchen die Wohngegenden und Lieblingsorte aus meiner Kindheit zu zeigen. Es ist spannend und schön ihre neugierige Fragen zu den Orten hören. Einige Flecken sind offen die ich ihr noch zeigen werde, denn im Laufe meines Lebens bin ich (incl. mit Eltern) ganze 8 mal umgezogen.

Dazu passt irgendwie auch unser kürzlicher Ausflug nach Herrsching am Ammersee, dachte ich, denn dieses Fleckchen in Bayern gehört zu meinen absoluten Lieblingsorten. Herrsching durfte ich erstmals im September 2006, dank eines mehrtägigen Seminars im Hotel Andechser Hof (heute ARTHOTEL) kennen lernen. Wenige Jahre später verbrachte ich meinen Geburtstag hier mit meinem Mann und wir besuchten zum ersten Mal das Kaltenberger Ritterturnier & Festival in der Nähe (Wer das Festival im Übrigen noch nicht kennt und das Thema Mittelalter faszinierend findet, sollte es unbedingt besuchen!).

Letzten Monat kamen wir wieder zurück und ich konnte diesmal Töchterchen meine Lieblingsorte in Herrsching zeigen. Ammersee hatten wir zwar zuletzt im Juli 2015 besucht, jedoch war das Kind damals noch viel zu klein, um die Umgebung und unsere Ausflugsorte richtig bewusst wahrnehmen zu können. In Herrsching gefiel ihr besonders der Strandbad mit dem großem Steg und den Sandstrand, mit Kiosk und Spielplatz. Nach einem ausgiebigen Spaziergang, gönnten wir uns zum Abschluss ein leckeres Bayrisches Abendmenü, auf der Terrasse des SEEHOF Herrsching – Hotel & Restaurant, mit toller Sicht auf den Ammersee und den Anlegesteg.

GRUND 6 – MAL WIEDER DIE LANDESHAUPTSTADT BESUCHEN & und unerwartet auf eine beliebte Attraktion treffen

Microabenteuer sind, wie bereits schon oben aufgezählt, spontan machbar, meist in der unmittelbaren Nähe und oftmals günstig…nun ja, oftmals…wenn man entsprechende Vorkehrungen trifft. Auch an diesem Tag, als wir nach etlichen Monaten wieder einmal unsere Landeshauptstadt Stuttgart besuchten, hätten wir Verpflegung mitbringen können und sicherlich einiges an Geld gespart, vor allem als wir überraschend auf den Hamburger Fischmarkt trafen (den wir ehrlich gesagt gar nicht mehr auf dem Schirm hatten). Die aktuellen Preise haben uns etwas geschockt, doch wir wären vermutlich nicht in den Genuss eines mega-leckeren Fischbrötchens gekommen.

Auch wenn man mache Orte bestens kennt, und diese womöglich aus lauter „Ideenlosigkeit“ aufsucht, so ganz nach dem Motto „Hauptsache etwas unternehmen, statt auf dem Sofa zu sitzen“, kann man durchaus positiv überrascht werden. Genau so hat sich unser Stuttgart Besuch abgespielt. Ich musste den Hubby diesmal überreden, der aber dann vor Ort gerne noch bis zum späten Abend geblieben wäre. *lach*

GRUND 7 – AM BEKANNTEN AUSFLUGSZIEL MAL ETWAS UNGEWÖHNLICHES ODER NEUES AUSPROBIEREN

Am 7. August jährte sich der Todestag von unserer Mutter. Ein Jahr ist nun vergangenen seit ihrem Tod. Zu diesem Anlass beschlossen Schwesterchen und ich kurzerhand den Tag gemeinsam in Tübingen zu verbringen. Wir wollten an sie gedenken, dabei etwas besonderes unternehmen und diesen Tag unserer Mutter widmen.

Am frühen Nachmittag kamen wir an und nachdem wir uns im VEGI gestärkt hatten, beschlossen wir eine Bootsfahrt auf dem Neckar zu machen. Obwohl ich schon so oft in Tübingen gewesen war, hatte ich bisher noch nie eine solche Tour gemacht, aber stets neidvoll-gönnerhaft alle Bootsausflügler von der Brücke oder Flussufer aus beobachtet. Warum eigentlich nicht, fragte ich mich hinterher. Auch enttäuscht über mich selbst und meine (oftmals unbegründete) Zurückhaltung. Mag zum größten Teil an meiner Introvertiertheit liegen. Vielleicht geht es euch ja ähnlich.

Nun habe ich mein nächstes und längst fälliges Ziel angepeilt: eine Neckarschifffahrt in Stuttgart.

So ihr Lieben. Ich komme nun zum Ende. Falls ihr zu der gemütlichen Sorte gehören solltet: Gestaltet eure Freizeit abwechslungsreich, nutzt (sofern es natürlich geht), eure wertvolle Zeit für eure Lieblingsmenschen, für längst angedachte Action-Touren, besucht gemeinsam die Orte, die ihr so lange schon sehen wolltet und unternehmt dort etwas außergewöhnliches. Macht euren Tag zu einem Erlebnis und genießt die Zeit in vollen Zügen.

Das Leben ist viel kurz, das spüre ich nach dem Tod meiner Mutter mehr denn je, und aktuell auch viel zu unbeständig, um tolle Gelegenheiten & besondere Momente verpassen zu lassen. Lebt. Liebt. Genießt. Lacht.❤️

Macht’s herrlich und bis bald,

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

Ein Kommentar zu „7 gute Gründe, warum wir nicht aufhören können mehr Microabenteuer zu unternehmen

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