Map‑Orakel: Was wir tun, wenn wir Lust auf Microabenteuer haben und uns überraschen lassen wollen

Microabenteuer mit Map-Orakel

Ich hatte euch zuletzt von unserer aktuellen Lieblingsfreizeitbeschäftigung, der Fotosafari erzählt. Heute berichte ich euch, dass wir dabei eine weitere Methode anwenden, die unsere Unternehmungen um ein Vielfaches aufregender macht: nämlich in Kombination mit einem Map-Orakel. Perfekt geeignet, wenn das Wetter draußen endlich wieder grandios ist und ihr absolut keine Idee habt was ihr unternehmen wollt. Was wäre wenn ich euch sage, dass das nächste Abenteuer nur einen Fingertipp entfernt sein könnte? Ihr benötigt nur eine Landkarte dafür (z.B. Google Maps) und der Zufall bestimmt einfach euer nächstes Ausflugsziel. Hättet ihr Lust es auszuprobieren?

Das Map-Orakel & wie ich mit Google Maps unser neues Lieblings-Freizeitaktivitätsspiel kreiert habe

Map-Orakel Illustration (KI-generiert)

Ich habe Map-Orakel irgendwann für das Töchterchen ausgedacht und seit nunmehr über einem Jahr, spielen wir es an unseren freien Wochenenden. Wir mögen diese spontanen Ausflüge, die wir wie erwähnt oftmals auch in Kombination mit unseren Fotochallenges praktizieren. Man könnte sie auch Microabenteuer nennen.

Ich habe sogar nach ‚Map-Orakel‘ gegoogelt – offenbar nutzt bisher niemand den Begriff für spontane Ausflüge. Also beanspruche ich ihn einfach mal frech für mich. 😉

Unser Map-Orakel Spiel ist ganz simpel erklärt:

  • Google Maps öffnen (ihr könnt natürlich auch einen anderen Karteanbieter nutzen) & etwas heraus zoomen
  • Augen schließen und blind irgendwohin tippen
  • im Anschluss ggf. per Street View prüfen ob der Ort erreichbar ist

Und los geht es mit mit dem Microabenteuer, sei es mit dem Auto, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrad. Lasst euch einfach vor Ort überraschen und haltet eure Erlebnisse fest.

Warum wir Map-Orakel so gerne praktizieren liegt ganz einfach daran, dass dieses ewige „Wo sollen wir diesmal hin“, „Was sollen wir heute unternehmen?“ oder „Oh nee, ich weiß nicht, entscheide du“, komplett weg fällt. Denn der Zufall entscheidet und wenn’s nicht gefällt, ist der Zufall daran schuld. Es kitzelt nicht nur die eigene Komfortzone, sondern man entdeckt nebenbei tolle neue Orte. Ein unbekanntes Ziel kann außerdem sehr spannend und aufregend sein und Spontanität wurde bei uns nicht selten mit einer tollen Überraschung belohnt. Manchmal fühlt es sich sogar ein kleines Bisschen wie Urlaub an.

Tipps:

  • Nutzt die Satellitenansicht oder Street View, um zu schauen, ob der Ort überhaupt zugänglich ist
  • Fangt vielleicht klein an, z. B. mit Orten im Umkreis von 20 km
  • Setz euch einen Zeitrahmen, evtl. auch ein Budget
  • Packt unbedingt Wasser ein und ggf. auch etwas Proviant
  • & nehmt jemanden mit – je mehr Leute, desto mehr Spaß 🙂
Mit dem Auto unterwegs in der Heimat
Ab ins Auto und los geht’s. Das Abenteuer wartet

Ihr könnt zwecks bestimmte Vorlieben oder um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, kleine Regeln für eure Ausflüge aufstellen. Zum Beispiel nur Orte aufsuchen die mit einem Tagesausflug erreichbar sind, die vielleicht direkt an der Autobahn liegen, solche von denen ihr bisher noch nie gehört hattet, oder die mit einem bestimmten Buchstaben beginnen. Wir beispielsweise, lassen Dörfer aus und besuchen nur die Städte um den getippten Punkt herum. Eben weil wir belebte Orte viel spannender finden. Macht es gerne zu einem Ritual. Vielleicht ein Orakel-Ausflug pro Monat? Aber ganz ehrlich: Je weniger Regeln, desto mehr Magie. Egal welches Ziel, wir lassen es einfach auf uns zukommen. Und manchmal gehören Umwege, spontane Stopps oder Abweichungen dazu.

Was wir an unserem Map-Orakel Spiel mögen, ist die Mischung aus Zufall und Entdeckungslust, und wie einfach es ist spontan zu sein. Drauftippen, direkt losziehen und sehen was passiert. Wir haben mittlerweile einige „schwarze Flecken“ in der Heimat beseitigt, dabei schöne und auch weniger schöne Kleinstädte entdeckt, romantische Hinterhöfe, hübsche verwilderte Parkanlagen, riesige Spielplätze, hippe Läden, verlassene Bruchbuden und auch kleine Seen. Diese Orte hätten wir selbst als Ziel nie ausgewählt und jeder Ausflug fühlt sich ein bisschen an wie ein Abenteuer.

Einige Eindrücke von unseren letzten Map-Orakel Zielen

Aalen | am 09.03.2025

Die Stadt Aalen liegt im Tal des oberen Kocher in der sogenannten Aalener Bucht am nordöstlichen Rand der Schwäbischen Alb, etwa 70 Kilometer östlich von Stuttgart und 50 Kilometer nördlich von Ulm. Von unserem Wohnort ist die Stadt etwas über eine Stunde Autofahrt entfernt. Wir freuten uns darauf, denn bisher hatten wir Aalen noch nie besucht. An diesem Tag war es sonnig, aber noch etwas frisch. Die Stadt lässt sich recht schnell zu Fuß erkunden. Leider waren viele Nebenstraßen des Zentrums wie ausgestorben, nur um die Cafés herum versammelte sich die Bevölkerung. Vielleicht kommen wir mal ein einem Samstag oder Werktag wieder her, um uns ein neues Bild zu machen. Aber um ganz ehrlich zu sein, fanden wir das Stadtzentrum nicht besonders hübsch und den nördlich gelegenen Stadtgarten ziemlich trostlos.

Highlights: Haben wir diesmal nicht entdeckt. Vielleicht beim nächsten Besuch. Das Töchterchcn fand den 24/7 Shop Bertie Goods Drink & Food toll.

Waiblingen | am 22.03.2025

Waiblingen habe ich besonders in Erinnerung, denn diesen Tag haben wir zusätzlich mit einer Fotochallenge verbunden. Und die hatte uns besonders viel Spaß gemacht, aber irgendwie sind sämtliche Fotos die ich mit meiner Spiegelreflex aufgenommen habe verschwunden. Ziemlich mysteriös, denn ich fand sie weder auf meiner Speicherkarte, noch im Papierkorb meines PCs, und auch nicht im Papierkorb der Speicherkarte. Ich weiß aber noch sehr gut, wie ich die Aufnahmen mit Töchterchen zuhause gemeinsam durchgesehen hatte. Ein großer Verlust und es bedrückt mich immer noch wenn ich daran denke. Ihr seht oben die Auswahl aus den wenigen Bildern, die ich mit meinem Smartphone aufgenommen habe. Wir müssen Waiblingen auf jeden Fall nochmals besuchen.

Unsere persönlichen Highlights: die schöne Altstadt, das „Alte Rathaus“ am Markplatz mit seiner Erdgeschosslaube aus der Renaissancezeit und die großen Parkanlagen an der Rems. Töchterchen war vom hiesigen Drogeriemarkt Müller besonders angetan. Dieser war bisher der größte Müller Shop den wir besucht haben. Wenn ihr euch nun fragen solltet, wo der größte Deutschlands ist: in Ulm-Nord, Hirschstraße, mit 4.368 qm Verkaufsfläche.

Herrenberg blüht | am 06.04.2025

Am frühen Sonntag den 06.05.2025, deutete Töchterchen auf die Stadt Herrenberg, die etwa 30 km südwestlich von Stuttgart und 20 km westlich von Tübingen gelegen ist. Die Stadt hatte ich zuletzt vor ca. 17 Jahren Aufgrund eines Kundentermins aufgesucht und damals so gut wie nichts von Herrenberg gesehen, weil es nach dem Kundentermin direkt wieder zurück ging. Daher freute ich mich sehr auf diesen Ausflug. Das Wetter war herrlich und wir fanden sofort einen freien Parkplatz wenige Meter vom Stadtkern. Als erstes wollten wir die hübsche Stiftskirche mit der Zwiebelkuppel aufsuchen, die wir schon bei der Herfahrt aus der Ferne gesichtet hatten.

Highlights: Auf dem Weg zur Stiftskirche auf der Anhöhe, entdeckten wir die hübsche historischen Altstadt und trafen auf das Stadtfest Herrenberg blüht, einem Frühlingsmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag. Perfekter kann es doch nicht laufen! Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie sich Spontanität im Nachhinein zu einer Bereicherung entpuppt.

Tübingen | am 27.04.2025

An diesem Tag führte uns die Map zum Norden von Tübingen, genauer gesagt in die Kelternstraße. Diese Seite der Stadt war mir bisher noch unbekannt. Uns hat es sehr gefallen. Es schien dort deutlich ruhiger zu sein, nicht so viel Autoverkehr und es waren genügend freie Parkplätze zu finden. Zumindest wenn man an einem Sonntag anreist. Zudem waren es nur weinige Gehminuten zum Stadtkern, wie wir erfreut festgestellt haben. An diesem Tag ließen wir uns einfach treiben. Wir schauten uns die Gassen an und bogen dort ab wo es uns gefiel. Über 12.000 Schritte sind wir an diesem Nachmittag und Abend gelaufen und waren auch am Neckar. Wahnsinn!

Unsere Highlights: Wir haben sehr viele Aussichtspunkte und kleine Parks entdeckt. Zum Beispiel bei der Polizei in der Mühlstraße. Hier in den Hof rein und die Treppen hoch, kann man ein klein wenig über die Dächer Tübingens blicken. Dann noch das Schloss Hohentübingen. Zu meiner Schande wusste ich bis Dato nichts über dessen Existenz! Man hat von dort oben einen fantastischen Blick über die Altstadt, die Neckarlandschaft und die Umgebung. Zudem lädt der kleine Park im Schlosshof zum Verweilen ein. Die dortigen Ausstellungen haben wir ausgelassen. Die Tochter hatte keine Lust dazu, also machten wir nach einer kurzen Pause im Park einen kleinen Spaziergang durch die malerische Gasse am Ende der Schlossbergstraße, die links am Schloss vorbei führt, und kehrten so zurück in die Stadt.

Die Katzen von Tübingen

Tübingen | in der schönen Stadt trifft man immer wieder auf Stubentiger

Damit aus eurem Ziel ein echtes Erlebnis wird – hier ein paar Ideen, wie ihr den Tag gestalten könnt:

  • Verbindet es mit einem Fotowalk oder einer Fotosafari: Haltet Ausschau nach kleinen Details, wie alte Türen, verwitterte Schilder, wilde Pflanzen, Street Art oder auf politische Botschaften. Stellt euch vor, ihr dokumentiert einen geheimen Ort.
  • Picknick to go: Packt Snacks, Getränke und eine Decke ein. Selbst ein Parkplatz mit Aussicht, kann zu einem Outdoor Café werden.
  • Schreibt einen Satz pro Ort: Nimmt ein kleines Notizbuch mit und schreibt euch zu jedem Ort einen originellen Satz auf (“Hier roch es nach Sommerregen und Abenteuer“).
  • Spricht mit Einheimischen: Fragt nach Geheimtipps, denn oft werden ihr überrascht sein was Menschen alles verraten oder welch tolle Gespräche zustande kommen. Man muss sich nur trauen etwas mutiger oder offen dafür zu sein.
  • Sammelt Andenken: Eine getrocknete Blume, ein Parkschein, ein alter Flyer….Was auch immer. Kleine Erinnerungen machen euer Erlebnis greifbar. Wir bringen immer eine Kleinigkeit von unserem Ausflugsort mit.

Bad-Cannstatt | Hier haben wir einige coole Läden in der Altstadt entdeckt

Unsere Lieblings-Mini-Orakel bis jetzt

  • In Bad-Cannstatt am Neckarufer entlang zu spazieren, vorbei am Spielplatz „Neckarine“ bis zur Reinhold-Meier Brücke.
  • Tübingen Abseits der Touristenpfade zu entdecken, wie oben bereits berichtet
  • Esslingen: Das Orakel führte uns in die Beutau – das alte Weingärtnerviertel. Wir waren schockiert, dass wir die Ecke bisher noch gar nicht kannten, und total entzückt über die schönen Altbauten dort. Nebenbei besuchten wir auch gleich die Kirchen in der unmittelbaren Nähe.

Tipps für scheinbar trostlose Orte

Manchmal ist ein Ort absolut nicht spektakulär. Kommt auch vor, aber irgendwo gibt es immer kleine Besonderheiten zu entdecken, die man sonst nie wahrgenommen hätte. Zum Beispiel sucht man einfach wo sich das Zentrum des Ortes befindet. Fast jeder Ort hat einen Marktplatz, eine Kirche oder einen kleinen historischen Kern wo sich die Einheimischen gerne aufhalten. Einfach mal losziehen und Ausschau halten. Vielleicht gibt es Cafés oder Eisdielen. Ein Dorfbäcker ist beinahe immer zu finden. Eventuell entdeckt man auch Hofläden oder kleine Brauereien. Manche Orte haben sogar ein kleines Museum oder eine sogenannte Heimatstube die man besuchen könnte, wenn man sich für Lokalgeschichten interessiert. Einige haben sogar Touristeninformations-Buden, sogenannte i-Points. Dort bekommt man meist kostenlose Broschüren und teilweise auch Wanderkarten für die Umgebung.

Lost Places | Aus Sicherheitsgründen sollte man sie nur von außen bewundern!

Sollte ein Ort tatsächlich absolut unspektakulär sein, habt ihr immer noch die Möglichkeit die nächst gelegene größere Ortschaft zu erkunden, oder ihr haltet die Augen offen für sogenannte „Lost Places“. Das könnten alte Bahnstrecken sein, Ruinen, verlassene Höfe oder dergleichen sein.

Eine weitere Idee – bestimmte Bedingungen festlegen:

  • an einer Weggabelung darf jeder abwechselnd entscheiden, in welche Richtung es gehen soll
  • ihr läuft nur in die Richtung, die z.B. grün aussieht (Feldwege, Wälder)
  • oder, wie einmal von meiner Tochter vorgeschlagen: wohin der Wind gerade hin weht, oder die Vögel hinfliegen

Ihr könntet auch spontan einen Anwohner fragen, wo sich dessen Lieblingsplatz im Ort befindet und diesen aufsuchen. Wir hatten bei Spaziergängen dieser Art stets viel Spaß und haben auch hin und wieder tolle Plätze entdeckt.

Esslingen am Neckar | zählt zu den schönsten Städten Baden-Württembergs und ist immer einen Besuch wert


App-Empfehlung für spontane Ausflüge

Die bekannten Apps wie Tripadvisor, Foursquare oder GetYourGuide, sind eher für größere Städte oder Touristen-Hotspots ausgelegt und meiner Meinung nach für ein Map-Orakel nicht immer geeignet. Empfehlen kann ich euch jedoch folgende:

Outdooractive (auf touristische Angeboten & Wandwege ausgelegt, viele Tourenvorschläge von off. Stellen oder Locals)

Komoot (für Wander- und Fahrradtouren, incl. Highlights in der Nähe.

AllTrails (weltweit genutzt. Viele Bewertungen & Fotos. Für spontane Spaziergänge oder größere Touren zu empfehlen)


Ihr Lieben, vielleicht hat euch unsere Idee eines Map-Orakels als Freizeitaktivität gefallen oder sogar dazu inspiriert nachzumachen. Ich würde mich riesig freuen davon zu erfahren! Teilt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren oder verlinkt auf eueren Blog oder eure Social Media Plattform.

Ich wünsche euch herrliche Tage mit ganz viel Sonnenschein!
Machts gut & bis bald,


Entdecke mehr von Frau Zuckerbrötchen

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

Ein Kommentar zu „Map‑Orakel: Was wir tun, wenn wir Lust auf Microabenteuer haben und uns überraschen lassen wollen

Ich freue mich mega über jeden Kommentar!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.