Microabenteuer // Die Burg Teck mal am Abend erkunden

An einem Samstag kürzlich, beschlossen wir irgendwann spontan einen Ausflug zu machen. Diesmal zur Abwechslung die Burg Teck am Abend zu besichtigen. Eine tolle Idee für ein Microabenteuer, womit insbesondere der Aufenthalt und das Erlebnis im Dunkeln auf der Burg zu sein das Abenteuergefühl verstärkt. Ist mit Kindern ja aktuell noch gut möglich, da die Sonne im März noch recht früh unter geht.

Nun bevor es losgeht, möchte ich schnell einwerfen, dass unser Ausflug ziemlich spontan unterwegs beschlossen wurde. Dementsprechend war ich lediglich mit meinem Smartphone bewaffnet. Die Bilder sind an einigen Stellen daher etwas grizzelig von der Qualität.

Selbst vom Grillplatz aus ist die Aussicht auf das Umland grandios

Es war kurz vor 18 Uhr, als wir ankamen. Der Mann und das Töchterchen wären auch gerne unten am Grillplatz geblieben, aber ich überredete sie recht schnell. In der Regel dauert die Wanderung von hier unten etwa 30 Minuten hoch zur Burg, doch mit Töchterchen im Gepäck, haben wir etwa 10 Minuten länger benötigt. Sie kapitulierte nach der Hälfte der Strecke und jammerte ab da gefühlt pausenlos. Gemein wie ich bin, habe ich das natürlich filmisch für sie verewigt.

Nun, man kann es auch etwas ambitionierter angehen und von der am Fuße der Burg gelegenen Ortschaft Owen (gesprochen: Auen) den ganzen Weg hoch zur Teck wandern, aber das überlassen wir lieber den Paaren oder Gruppen ohne Kleinkind im Gepäck. Wir wären mit Sicherheit in völliger Dunkelheit angekommen. Die Geübten benötigen vom Parkplatz Teckstraße sicherlich ca. eine Stunde bis hoch zur Burg.

Während unserer Wanderung wurden wir, abgesehen von Töchterchens Jammereien zwischendurch und den üblichen Waldgeräuschen, irgendwann von Kirchturmglockengeläut begleitet. Vermutlich zu uns hochgeweht von der Gemeinde Dettingen Teck, die sich am Tal links unterhalb des Wanderpfades befindet. Hatte etwas mittelalterliches, diese Geräuschkulisse. Plötzlich sah ich Bilder vor mir, wie die Bauern schwer beladen, den steilen Weg zur Burg auf sich nahmen, um Nahrung für die Zähringer Herzöge zu transportieren, die hier erstmals 1152 in einer Urkunde als „Castrum Thecce“ erwähnt werden. Vielleicht jammerten sie auch ab und an auf dieser steilen Strecke…

Wir fragten uns eigentlich schon kurz nach dem Marsch, ob wir die letzten bekloppten wären, die sich hier um die späte Zeit noch den Weg hoch zur Burg bemühten. Uns begegneten ausschließlich Besucher, die bereits auf dem Rückweg waren. Dann standen wir endlich vor dem Burgtor. Im Hintergrund war die Sonne bereits dabei am Horizont zu versinken. Die Teck wirkte verlassen und etwas unheimlich.

Der Blick aus 775 Meter Höhe auf die umliegenden Ortschaften

Der Burghof war dunkel und verlassen. Gerne hätten wir uns zuerst mit einer Erfrischung belohnt, doch das Kiosk und Restaurant der Burg hatte schon geschlossen. Die Küche ist an Sonn- und Feiertagen nur von 11:30 bis 16:00 Uhr geöffnet. Auf der Aufsichtsterrasse entdeckten wir noch ein junges Paar. Der „Instagram-Husband“ knipste obligatorisch seine an der Mauer sitzenden grazile Partnerin, so schön mit dem Turm im Hintergrund. Zusammen waren wir tatsächlich die letzten Besucher der Anlage. Es war zur Abwechslung mal angenehm nicht warten zu müssen, bis man das wunderschöne Panorama genießen kann.

Im Anschluss spazierten wir ein wenig um den Burghof herum. Mehr kann man hier im Grunde auch nicht machen, wenn die Küche zu ist. Auch nicht den Turm besichtigen, der im Übrigen den Jahren 1888/89 durch den Schwäbischen Albverein errichtet worden war, denn 1525 war die Burg im Bauernkrieg vollständig zerstörten worden. Ich überlegte, ob ich den Turm hier überhaupt mal bestiegen hatte. Vermutlich nicht, denn daran hätte ich mich sicherlich erinnert.

Es schien sich hier auch einiges verändert zu haben. In meiner Erinnerung hatte der Hof irgendwie anders ausgesehen und ich meine, im Burghof standen einst mehr Bäume als heute. Zugegeben, meine Bilder im Kopf stammten von vor mehr als 15 Jahren. Vermutlich könnte es sogar länger her sein, dass ich die Burg zuletzt besucht hatte. Ich könnte mich auch irren, sagte ich zu mir, ging aber später im Netz auf Recherche. Und tatsächlich: im Mai 2010 hatte es auf der Burg einen Erdrutsch gegeben. Der Turmstumpf aus staufischer Zeit war dabei abgestürzt. Wie bedauerlich.

Der Magen hätte neben einer Erfrischung auch eine Kleinigkeit vertragen, das merkten wir langsam. Frische Luft macht ja bekanntlich hungrig. Zudem wurde es immer dunkler. So beschlossen wir wieder den Rückweg anzutreten, aber nicht bevor wir die Sybillenhöhle besucht hatten, trotz dass es nun immer schneller dunkel wurde.

Warum die Höhle so genannt wird, möchte ich an der Stelle mal weg lassen, sondern bitte euch die Sage über die Sybille von der Teck zu lesen, sofern ihr mögt.

Im Wanderheim der Burg Teck kann man auch übernachten!

Die Sybillenhöhle befindet sich direkt unterhalb des Aussichtsturmes der Burg. Dort hin läuft man rechts vorm Burgtor gelegen, den kleinen Pfad hinunter. Auf der Hälfte des Weges geht es die Steinstufen hoch zum Eingang der Höhle. Trotz der Dunkelheit wagten wir uns hinein. Meine 12000 Lumen Taschenlampe vermisste ich nun. Die Beleuchtung vom Smartphone war zwar nicht ideal, aber sie reichte aus um die Höhle einigermaßen zu erhellen. Meine Fotos sind natürlich alle dementsprechend misslungen, wie auch im Bild oben zu sehen.

Der zunehmende Mond erhellte die Schotterstraße gerade noch so, als wir von der Burg zurück zu den Parkplätzen marschierten. Wir waren vermutlich zum Zeitpunkt die letzten Besucher gewesen, die die Burg verlassen hatten. Am Burggraben hatten wir vor uns noch ein verliebtes Pärchen in der Nähe der Höhle gesehen, doch die sahen wir danach nicht mehr. Wir wussten eigentlich, dass uns einsame Gestalten beim Marsch durch den Wald nichts passieren würde, dennoch gaben wir alle zu, uns etwas mulmig bei der ganzen Aktion zu fühlen. Doch eben genau dieses aufregende Gefühl machte unseren Ausflug zu etwas Besonderem an diesem Tag.

Nach ca. 20 Minuten waren wir wieder bei den Parkplätzen am Grillplatz. Es fühlte sich einerseits beruhigend an, aber auch etwas wehmütig. Hätte ich meine gute Taschenlampe mit im Gepäck gehabt, wären wir vielleicht noch etwas länger oben auf der Burg geblieben.


A D R E S S E – BURG TECK
Burg Teck, 73277 Owen

Öffnungszeiten:

Mittwoch-Freitag: witterungsabhängig
Samstag: 10:00 bis 22:00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 10:00 bis 17:00 Uhr (im Sommer bis 18:00 Uhr)
Montag und Dienstag Ruhetag!

KÜCHE
Samstags: 11:30 bis 20:00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 11:30 bis 16:00 Uhr

Webseite:
burg-teck-alb.de
Geschichtliches: Die Zähringer – Herzöge im hoch-mittelalterlichen Schwaben

Bevor wir den Ort verließen, standen wir noch ein wenig um einen ausglühenden Lagerfeuer herum und betrachteten die Sterne über uns. Die Nacht war klar und sehr mild. Diese spontane Exkursion am Abend hatte sich total gelohnt. Und wir wollen sehr bald wiederkommen, mit noch mehr Leuten, um dann im Dunkeln gemeinsam zu grillen. Vielleicht wandern wir diesmal im Dunkeln den Hügel hoch zur Burg. Wer weiß….

Ihr Lieben, ich bin nun am Ende mit meinem Bericht über unseren Spontanausflug auf die Burg Teck im schönen Landkreis Esslingen. Vielleicht fühlt ihr euch inspiriert, auch mal an einem milden Abend loszuziehen um ebenfalls eine Burg oder Ruine im Dunkeln erkunden zu gehen. Sofern diese natürlich zur späten Stunde noch zugänglich wären. Möglicherweise ja auch die Teck, falls ihr zufällig in der Nähe wohnen solltet. Vergesst nicht neben passender Bekleidung und Schuhwerk, auch etwas Proviant und eine gute Taschenlampe mit einzupacken.

Betrachte das Vertraute auf eine ungewohnte Weise und du wirst Schönheit finden ~ Alastair Humphreys 

Macht’s gut und bis bald,

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

Ein Kommentar zu „Microabenteuer // Die Burg Teck mal am Abend erkunden

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