IBIZA – Sommer 2012

Ich bin ehrlich. Ibiza hat mich Anfangs ziemlich enttäuscht. Ich hatte schon so viel von dieser Insel gehört und demensprechend vermutlich auch gewisse Vorstellungen gehabt.

Als wir am Nachmittag im August 2012 auf der vielleicht berühmtesten Partyinsel landeten, konnte ich diesen Hype ehrlich gesagt gar nicht verstehen. Während wir mit dem Bus vom Flughafen nach Sant Antoni fuhren, erblickten wir die weniger schönen Gesichter der Insel: Überall lag extrem viel Staub, die Insel wirkte stark vertrocknet (viel später erfuhren wir über große Dürrezeiten im Sommer und den großen Wassermangel auf der Insel), aber hauptsächlich störte es mich, dass die Insel so ungepflegt und vernachlässig wirkte. Es lag teilweise viel Müll auf den Straßen. Man sah verfallene und leerstehende Baustellen und die Straßen waren stellenweise ziemlich marode.

Da kam mir wirklich der Gedanke auf: F***, ist das hier tatsächlich Ibiza…und wo fließt das ganze Geld der Touristen eigentlich hin?

Natürlich sah es nicht überall krass aus. Abseits der Paryhochburg Sant Antoni und Eivissa (Hauptstadt), vor allem im Norden der Insel ist es wunderschön, ruhig und viel gepflegter. Man sieht deutlich, wo sich die Besserverdiener aufhalten.

Tijuana Tex-Mex,  St. Antoni. Öffnungszeiten ab 18:30 Uhr

Daher unbedingt ein Auto für mehrere Tage mieten. Das lohnt sich total, denn die Insel lässt sich so in Ruhe erkunden und zudem kann man auf diese Bustouren für die Touristen komplett verzichten. Sie sind nicht billig und man erfährt kaum etwas, was nicht auch schon in einem guten Reiseführer steht.

Ein Waschsalon in St. Antoni

Die Busverbindungen auf der Insel sind jedoch gut und günstig, aber die Busse fahren nicht überall hin. Abgesehen natürlich, was die Partyhochburgen Ibiza-Stadt (Eivissa) und Sant Antoni betrifft.

Ein Mietauto solltet ihr unbedingt noch vor dem Abflug buchen, denn auf der Insel zahlt man zum Teil horrende Preise! Und das sage ich aus schmerzlicher Erfahrung!

Partys auf der Insel

Auf Ibiza geht Nachts die Post ab! Besonders die Hauptstadt wird zu einer bunten und schrillen Partymeile und es ist kaum ein Durchkommen möglich. Leider habe ich die Insel viel zu spät besucht, sonst wäre ich vielleicht auch in ihren Bann verfallen, wie viele junge Menschen (vor allem die Engländer).

Ibiza am Nachmittag: das Partyvolk macht sich langsam warm für die Nacht…

Hier residieren viele bekannte Nachtclubs. Der älteste Club der Baleareninsel ist Pasha. Die berühmtesten DJ’s legen hier regelmäßig auf. Der Star 2012 war eindeutig David Guetta, mit seiner „F*** Me I’m Famous“ Party.Natürlich wollten auch wir uns eine Party im berühmten Pasha nicht entgehen lassen, wenn wir schon auf Ibiza sind. Die Karten waren auch recht früh besorgt…aber das ist eine andere Geschichte.

„Viele junge Menschen haben ihr altes Leben in der Heimat aufgegeben und sich für ein Leben auf der Sonneninsel entschieden“, erzählte uns eine junge Engländerin, die mein Mann und ich unterwegs aufgegabelt haben, als wir mit einem Mietwagen das erste mal die Insel erkunden wollten. Sie hatte am Straßenrand gestanden, trampend und mich so stark an meine Cousine erinnert, dass wir sie mitnehmen mussten.Wir kamen schnell ins Gespräch. Sie habe selbst vor ein paar Jahren mit ihren Freundinnen hier Urlaub gemacht und sich sofort in diese Insel verliebt. „Vor allem in das Klima, und dass hier ständig die Sonne scheint“, erzählte sie uns.

„Wie finanzierst du das Leben hier?“, wollte ich wissen. Sie jobbe mal hier und mal da, zur Zeit führe sie eine Feuershow auf Partys auf, sagte sie. So richtig mit Benzin und so. Ich hatte aber das Gefühl, dass sie uns einiges verschwiegen hat…

Ich glaube so weit wäre ich nicht gegangen, denn diese Insel ist mir dann doch zu winzig, um für immer darauf leben zu können. Der Gedanke daran ist schon beklemmend. Mir gefällt das Gefühl einfach, dass ich nach ein paar Stunden Autofahrt in einem ganz anderen Land sein kann.

Einige werden ihre Entscheidung schnell bereut haben, nehme ich an, denn ich habe viele junge obdachlose Menschen hier gesehen. Und das sind vermutlich nicht die einzigen Schattenseiten der Insel…

St. Antoni bei Nacht

Nach dem Abendessen sind wir meist in St. Antoni gerne am Stand Richtung Jachthafen geschlendert, vorbei an vielen beleuchteten Läden, Discos und Kneipen. Zwar benötigten wir von unserem Hotel auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht Bahía de Sant Antoni etwa 40 Minuten zu Fuß zum Zentrum, doch kam es uns kurzweiliger vor. Auf der Strecke hörte man irgendwo immer Musik spielen und viele lustige Partygesellen zogen um die Häuser. Die Atmosphäre war einfach großartig.

Um den großen Brunnen Passeig de Ses Fonts herum, ist stets viel los. Auch am Abend kann man an den zahlreiche Ständen landestypische Souvenirs oder selbstgemachte Dinge kaufen. Oftmals stehen am Brunnen hübsche Mädels und werben für eines der großen Diskos auf der Insel. Die Cafés und Kneipen sind gut besucht und die Supermärkte vermutlich heute noch rund um die Uhr geöffnet. Es gibt immer was zu sehen.

Am Café del Mar

Tagsüber ist es hier wie ausgestorben, denn das Café öffnet erst um 17 Uhr.

Wer Lounge und Chillout Musik liebt, wird Café del Mar mit Sicherheit kennen. Das berühmte Café in Sant Antoni de Portmany, ist nicht nur für seine tollen Songs berühmt, sondern auch für die spektakulären Sonnenuntergang hier an der Bucht. Schätze, die Sonne hat einen bedeutenden Einfluss darauf ausgeübt, welche Art von Musik hier gespielt wird. Nicht entgehen lassen, wenn ihr auf der Insel seid! Ihr würdet es später mit Sicherheit bereuen.

Allerdings solltet ihr frühzeitig hin, denn die schönsten Plätze auf der Terrasse sind nämlich schon am späten Nachmittag vergriffen. Auch unterhalb der Terrasse, auf den Felstreppen, findet man kaum mehr Platz, sobald sich die Dämmerung ankündigt. Und ohne einen Drink von der Bar, ist man selbst diesen Platz schnell los! Die Kontroletti’s kennen hier keine Gnade.

Die traumhaften Küsten Ibiza’s

Ich glaube, ich brauche hier nicht ausschweifend die Schönheit beschreiben. Die Bilder sprechen für sich. Eine Liste über Ibizas schönsten Strände findet ihr hier: ibiza-spotlight.de.

Die Altstadt von Eivissa

Absolut sehenswert ist die historische Altstadt „Dalt Vila“, mit ihren engen Gassen, den vielen Souvenirläden und den tollen Restaurants. Last euch treiben. Es gibt viel zu sehen. Neben zahlreichen Kunstgalerien und viele hübsche Boutiquen in denen mal tolle Dinge entdecken kann, kommt man auch mit netten Einheimischen in Kontakt. Vergesst auch nicht die Stadtmauern von Dalt Vila aufzusuchen. Der Aufstieg in der Sommerhitze kann ansträngend sein, aber die grandiose Aussicht und die frische Briese machen alles wett.

Was es sonst so zu Erleben gibt

Bevor ich meinen Bericht für heute beende, muss ich euch unbedingt noch einige Tipps mitgeben. Wie bereits erwähnt wäre es sehr schade, wenn ihr euren Aufenthalt ausschließlich mit Party machen und tagsüber um euer Hotel herum verbringen würdet. Schnappt euch einen Mietwagen und schaut euch die Insel an.

1. Die Hippie Märkte auf Ibiza

Ibiza Look: hübsche weiße Kleider in verschiedenen Variationen

Es gibt zahlreiche Hippimärkte auf der Insel und ihr Name kommt nicht von ungefähr. In den 1950/60er Jahren wurden sie von echten Hippies der Insel gegründet und haben bis heute überdauert. Zwei Märkte haben wir damals aufgesucht, doch leider kann ich meine Fotos von damals nicht finden. Eine schöne Beschreibung der Märkte findet ihr hier: ibiza-spotlight.de.

2. Die Tropfsteinhöhlen Cova de Can Marçà

Nördlich von Ibiza, in Puerto de San Miguel, befinden sich die Tropfsteinhöhlen von Can Marçà. Zu dem Zeitpunkt hatten wir leider keinen Mietwagen zur Verfügung und mussten diese Sehenswürdigkeit mit dem örtlichen Linienbus IBIZA-BUS aufsuchen. Irgendwie fuhr von St Antoni aus kein Bus dorthin, so dass wir zunächst nach Eivissa fahren mussten. Im Übrigen hatte man damals das Gefühl, dass sich die Busse nicht an die Fahrpläne richteten. Lange Wartezeiten waren damals eine Seltenheit. Zudem war es nicht leicht, die unscheinbare Haltestelle für Puerto de San Miguel in Eivissa zu finden. Dort angekommen, mussten wir das letzte Kilometer zu den Höhlen zu Fuß die Straße hoch laufen. Dennoch haben wir es geschafft.

Der Ausflug zu den Höhlen lohnt sich. Die Anlage ist faszinieren und ihre Geschichte über die Schmuggler, die sich einst in den Höhlen herumtrieben und versteckten ist spannend. Zudem ist es angenehm kühl in der Affenhitze.

3. Formentera

Reserviert mindestens einen Tag für Formentera. Die kleine Insel südlich von Ibiza ist wahrhaft ein Paradies! Die flachen Strände und das türkisblaue Wasser erinnern an Mauritius. Vor allem ist es total unkompliziert dort hin zu kommen. In der Urlaubssaison fahren die Fähren mehrmals täglich von ca. 07:00 Uhr bis 21:00Uhr nach Formentera und wieder zurück.

Macht´s schön ihr Lieben,

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

5 Kommentare zu „IBIZA – Sommer 2012

  1. Das ist wohl das Problem der Touris. Sie kommen nach Sant Antoni und finden ibiza doof. Mir ging es genau so. Es war Liebe auf den 2. Blick. Nicht mehr als Pauschaltourist, nicht mehr im Hotel. Seitdem bin ich eingenommen von der Insel. LG

    1. Das stimmt! Das war auch unser letzter Pauschalurlaub. Aber Sant Antoni gefiel mir nach zwei Wochen irgendwie dann doch. Es gab immer viel zu gucken. 🙂

      Schön, dass du dich zu mir verirrt hast und vielen Dank für dein Kommentar! 🙂

Ich freue mich mega über jeden Kommentar!

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