8 Tage und 9 Nächte in Barcelona // Teil 2

Da wir alle in diesem Jahr vermutlich ganz auf das Reisen verzichten müssen, kann ein kleiner virtueller Ausflug in die Ferne vielleicht etwas Vorfreude auf die Zeit danach geben, dachte ich. Also entführe ich euch heute mal wieder nach Barcelona. Es geht weiter mit dem zweiten Teil unserer Eindrücke, in dieser wunderschönen Hauptstadt Kataloniens.

Mein erster Bericht ist tatsächlich schon etliche Monate her, und genauso lange schlummerte diese Fortsetzung hier in meinen Entwürfen. Irgendwie fehlte mir der Antrieb weiter zu berichten. Vielleicht auch, weil wir in den 8 Tagen Aufenthalt so viel in dieser schönen Stadt gesehen haben, dass es mir wahrlich schwer fällt das Erlebte kurz zu fassen.

Nachdem wir am Tag zuvor also die Innenstadt und die Strandpromenade Barcelonas besichtigt hatten, beschlossen wir am zweiten Tag unserer Ankunft endlich den Top Touristen-Hotspot der Stadt zu besuchen.

Tag 2 – Im Park Güell

Lange bevor ich die Geschichte des Parks Güell in der Calle Olot kannte, dachte ich irgendwie (keine Ahnung warum), dass es sich dabei um eine riesige märchenhafte, bunte Burg mit einer großen Terrasse handelt, die sich mitten in der Innenstadt von Barcelona befindet. Ähnlich wie beim Palau Güell, und dass man von ihrer farbenfrohen, schlangenförmigen Mosaikbank auf dem Dach, weit über Barcelona hinaus und auf einen großen weiten Platz voller Menschen hinunter schauen kann.

In Wirklichkeit handelt es sich, wie der Name ja eigentlich schon sagt, tatsächlich um einen {überraschend großen} Park, ca. 5,5 km außerhalb der Stadt entfernt auf einem Hang gelegen. Und diese märchenhafte Terrasse, die man in den Bildern immer als Park Güell präsentiert bekommt, befindet sich lediglich in einem kostenpflichtigen und abgesperrten Bereich, am äußeren Rand der großen Parklandschaft. Dazu gehören noch eine Außenhalle mit stattlichen Säulen, zwei weitere bunte von Hänsel und Gretel inspirierte Wachhäuser: das Casa del Guarda (Souveniershop) und Laie Parc Güell, welches den Turm mit dem blauen Schachbrettmuster und dem Kreuz auf der Spitze besitzt.

Für den Besuch des Parks sollte man durchaus einen ganzen Tag einplanen. Gerade wenn man spontan ankommt, muss man eventuell mit längeren Wartezeiten rechnen. Der Einlass für den Denkmalbereich des Parkes ist nämlich immer um eine festgelegte Uhrzeit und die Tickets dafür sind begrenzt. Wenn man Pech hat, können zwei aufeinanderfolgende Einlasszeiten vergriffen sein. Daher besser Eintrittskarten online vorbestellen. Genauere Informationen, auch über die Entstehung des Parks findet ihr hier: go2barcelona.de/

Etwas enttäuscht waren wir natürlich, dass die Hälfte der Terrasse und auch ein Teil der Säulenhalle darunter Aufgrund von Baumaßnahmen abgesperrt waren. Die ohnehin schon große Menge an Besuchern, drängte sich nun um einen kleinen Abschnitt der Terrasse, den Bereich mit der schönen Aussicht auf die Stadt und die Küste Barcelonas.

Torre Rosa

Wenn man den im Park den Pfad in Richtung Osten an den Austria Gardens entlang läuft, entdeckt man Torre Rosa, das Wohnhaus des berühmten Architekten und Designers Antoni Gaudí. Es beherbergt nun ein Museum. Der Einlass hier kostet extra und kann nicht mit dem Ticket für den Güell Park kombiniert werden. Ich bin schwer beeindruckt von Gaudis Designs, insbesondere von den unglaublich schönen Details und Formen seiner Kreationen. Ein wahrhaftes Genie seiner Zeit!

Mirador de Joan Sales – Mirador del Virolai

Wir folgten den Pfad im Park bis ganz nach oben zum Mirador de Joan Sales – Mirador del Virolai und stellten fest, die Aussicht von hier auf die Stadt ist richtig spektakulär. Man kann sogar die Sagrada Familia erblicken. Es ist herrlich. Ein erfischender Wind zieht hier durch die vielen Bäume und es sind vergleichsweise wenig Besucher da. Wir ruhen uns unter einem schattigen Platz etwas aus und lauschen dem Mann mit der Gitarre und beobachten die Tauben. Die zarten Gitarrenklänge machen die ganze Atmosphäre perfekt. Wir hätten noch ewig hier oben sitzen bleiben können.

PARK GÜELL

Die Anreise zum Park ist sehr einfach und schnell mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Zum Beispiel mit der Busslinie 24 von der Metrostation in St. Antoni, 12 Stationen bis zur Haltestelle La Granga.

Eine sehr gute Hilfe war uns dabei stets Google Maps. Einfach den Ort suchen, die Route über Bus/Bahn anzeigen lassen und sich in der App zur nächstgelegenen Station bequem navigieren lassen. 

A D R E S S E
08024 Barcelona

Tag 3 – Zum Strand

Da das Wetter am nächsten Tag so richtig herrlich war, beschlossen wir spontan nach einem Frühstück beim Bäcker um die Ecke, etwas schwimmen zu gehen. Auch heute zogen wir zu Fuß los. Die Strecke zum Strand kannten wir ja bereits und unterwegs gab es noch jede Menge neues zu entdecken.

Genau wie bei uns, findet man auch in Barcelona beinahe an jeder Ecke mindestens eine Bäckerei mit Sitzmöglichkeiten im Innen- oder Außenbereich. Unschlagbar sind vor allem die günstigen Kombi-Preise, z.B. für Kaffee und Croissant 1,70 Euro (Stand Juni 2018)

Wir setzten unseren Marsch fort und kamen an einer alten Festung vorbei, die Jardins del Baluard. Genauer gesagt handelt es sich um einen mittelalterlicher Schutzwall. Die Gärten innerhalb seiner Mauern werden heute nur sporadisch zu besonderen Anlässen geöffnet. Das gut erhaltene Tor aus dem Mittelalter kann man aber ganz aus der Nähe bewundern.

Besuch der Anlage, an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat, von 11 Uhr bis 14 Uhr. Einlass: kostenlos.

A D R E S S E
Carrer de Carrera, 6,
08004 Barcelona

Mercat Port Antic – Der Antiquitäten & Secondhand Markt

Am Hafen wurden wir etwas aufgehalten. Ein herrlicher Flohmarkt stand nun auf dem Platz unterhalb des Columbus-Denkmals, an dem wir vor zwei Tagen das erste Mal entlang spaziert waren. In Reih und Glied standen hier dutzende Stände mit tollen Gebrauchtwaren und Antiquitäten. Es gab antike Kameras, Seeleute-Ausrüstung, Vintage-Spielzeug oder alte Bücher zu kaufen.

Ich konnte mich wirklich schwer zurückhalten. Lediglich der Gedanke daran, dass ich alles an den Strand und später durch die halbe Stadt wieder zurück in unsere Bleibe schleppen müsste, ließ mich davon absehen. Hätte zudem Töchterchen nicht so gedrängt (sie wollte endlich ans Wasser) so hätten Hubby und ich vermutlich noch länger hier zwischen den Ständen herum gestöbert. So tolle Sachen werden bei uns in Flohmärkten leider kaum angeboten.

Den Flohmarkt Mercat Port Antic findet man am Yachthafen, direkt unter der Columbus-Statue, neben dem Abfahrtspunkt Las Golondrinas und den Booten, die Besucher rund um den Hafen oder entlang der Küste entlang der Strände der Stadt bringen. Geöffnet: von Freitag bis Sonntag.

In Barcelona gibt es natürlich noch viel mehr tolle Flohmärkte. Wer sich dafür interessiert, wird bestimmt hier fündig: awismyreligion.com/flea-markets-in-barcelona/

A D R E S S E
Passeig Josep Carner, 27,
08038 Barcelona

Barcelonas schöne Altstadt

In Städten wie Barcelona merke ich immer wieder, wie gerne ich meinen Lebensmittelpunkt in einer Großstadt hätte. Die Sehnsucht in einer Weltmetropole zu leben, wo das Leben pulsiert, das vielfältige kulturelle Angebot, die historische Architektur, die vielen Eindrücke und Möglichkeiten einer Metropole, lassen mich stets schmerzlich daran denken, wie langweilig mein Leben im Vergleich auf dem Land ist.

Es machte einfach Spaß, auf unserem Rückweg zum Hotel, durch die dunklen und engen Gassen der Altstadt von Barcelona zu spazieren. An sehr warmen Tagen wie diesen, bieten die hohen alten Bauwerke wohltuenden Schatten und ab und an weht ein angenehmer Wind durch die Häuserschluchten. Trotz dass wir einige Kilometer Marsch vor uns hatten, konnte ich durch diese vielen neuen Eindrücke unterwegs meine Energiereserven voll tanken. Es mag verrückt klingen, aber es ist tatsächlich so. Daher liebe ich Städtereisen so sehr.

An der Plaza de Vicenc Martorell

Ein Marsch durch die Altstadtviertel Barri Gòtic, El Raval oder El Born ist wie eine Zeitreise in die römische Zeit und Mittelalter. Neben vielen beschaulichen Plätzen, trifft man hier gefühlt alle paar Meter auf eine Sehenswürdigkeit. Angefangen mit der berühmten Flaniermeile La Rambla (da komme ich noch später in einem anderen Beitrag dazu), die Kathedrale, die Esglesia de Santa Maria bis zu den Resten eines Römischen Tempels. Und das sind nur um einige zu nennen. Nicht zu vergessen natürlich auch die vielen tollen Geschäfte, Cafés, Restaurants und Bars.

Die Kathedrale von Barcelona
Links, die Mauern von La Muralla Romana

Es war schnell klar, wir würden unmöglich alle tollen Orte besuchen können. Tatsächlich haben wir auch nur einen Bruchteil besucht, wie es halt so ist wenn man nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hat.

Lecker Essen im „A Tu Bola“

Nachdem wir uns im Hotel frisch gemacht hatten, ging es wieder raus in die Stadt. Wir hatten hunger und die Möglichkeiten hier in Barcelona essen zu gehen sind immens. Die Stadt gehört nicht umsonst zu den Orten mit der vielfältigsten Food-Szene. Wir hatten an unserem 3. Tag in Barcelona bereits einige Restaurants getestet, oder uns zwischendurch schnell mal was zu Essen geholt. So richtig lecker schmeckte es uns jedoch im A Tu Bola. Hier war auch das Ambiente perfekt.

Ursprünglich waren wir an diesem späten Abend per App auf der Suche nach einem Restaurant ganz in der Nähe. Wie in jeder Stadt, kann man auch in Barcelona Pech haben und landet in einer Location, wo das Essen weniger gut und/oder auch der Service unterirdisch ist. Also haben wir diesmal eine Restaurantfinder-App zur Rate gezogen. Doch das Lokal gabs nicht mehr.

Beim Vorbeilaufen wirkte A Tu Bola sehr einladend, also sind wir dort hin. Im Nachhinein war es eine gute Entscheidung. Es roch nicht nur herrlich im Lokal, alles was wir bestellt haben, war ausnahmslos super-lecker. Die Bedienung war sehr hilfsbereit bei der Zusammenstellung des passenden Menüs. Man kann sich hier nämlich von einer großen Auswahl an frischen Zutaten, ein Wunschmenü zusammenstellen lassen. Ob mit oder ohne Fleisch.

A D R E S S E
Carrer de l’Hospital, 78,
08001 Barcelona

Wer sich für die Food-Szene in Barcelona interessiert, sollte sich unbedingt auf der tolle Seite barcelonafoodexperience.com/ informieren.

Ein kleiner Abendspaziergang durch die Altstadt El Raval

Ein weiterer Aspekt warum ich Städte so liebe ist, dass abends draußen noch das Leben pulsiert, während auf dem Land bereits um 16 Uhr oder 18 Uhr „die Bordsteine hochgeklappt“ werden. Ich liebe die Lichter der lauen Sommerabende, das Gelächter und die Stimmen der Menschen, die draußen vor den Restaurants oder Bars sitzen und sich unterhalten, und wie sich all das mit der leisen Musik im Hintergrund der einzelnen Lokale vermischt…

Und genau in diese Atmosphäre führte uns unser Spaziergang durch das Viertel El Raval. Es schien, als ob sich hier kaum Touristen aufhalten. Wir trafen auf viele einheimische Familien, die ebenfalls mit ihren Kindern unterwegs waren. Spanien ist übrigens sehr kinderfreundlich. Hier ist es total normal, wenn Eltern mit ihrem Nachwuchs um 22 Uhr noch unterwegs sind oder in einem Restaurant sitzen. Bei uns teilweise ein No-Go.

Moritz, seit 1856 (das erste Bier in Barcelona). Das Restaurant der Brauerei wurde mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Der südlichste Teil von El Raval, in der Nähe des Hafens, war früher eine unsichere Gegend und als Rotlichtviertel der Stadt bekannt. 1988 wurde das Viertel durch die Regierung saniert. Seit dem ist es hier moderner und auch sicherer geworden. Mittlerweile hat sich El Raval zu einem lebhaften und multikulturellen Ortsteil entwickelt, in dessen Mittelpunkt die kleine Promenade Rambla del Raval steht. Es ist angenehm ruhig hier, trotz dass sich Abends noch viele Menschen hier tummeln. Überwiegend Einheimische, die bummeln oder sich unter Palmen sitzend unterhalten.

Die große Bronze Katze „Gato“ von Fernando Boero, im Rabla del Raval

Ein berühmter Bewohner des Viertes ist die liebenswerte Raval-Katze ( el Gato del Raval ). Die große Bronzeskulptur einer molligen Katze wurde vom bekannten kolumbianischen Bildhauer Fernando Botero geschaffen und gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten des Viertels. Jenseits des Platzes findet man viele avantgardistischen Bars, tolle Restaurants und Hipster-Hotspots. Das Viertel beherbergt unter anderem eine Vielzahl von Kunststudios, Galerien, z.B. die MACBA (Museum of Modern Art) und CCCB, dem benachbarten kulturellen Ausstellungszentrum.

Wenn man ein authentisches und lebendiges Viertel in Barcelona erleben möchte, dann ist El Raval definitiv einen Besuch wert. 

Das war’s auch schon mit unseren Eindrücken des Tages zwei und drei, im Juni 2018 in Barcelona. Ich hoffe, der Bericht hat euch gefallen. Und falls jemand von euch diese tolle Stadt auch schon besucht hat, würde ich mich freuen zu erfahren, was euch so an/in Barcelona gefallen hat.

Macht’s gut und bleibt gesund!

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

6 Kommentare zu „8 Tage und 9 Nächte in Barcelona // Teil 2

  1. Barcelona ist meine Lieblingsstadt und ich habe mich riesig gefreut deine Fortsetzung von dieser tollen Stadt zu lesen. Wunderbare Erlebnisse habt ihr gehabt und sehr viel gesehen. Die Sehnsucht wird bei den Fotos bei mir wieder sehr groß und ich hoffe, dass wir irgendwann bei einem leckeren Sangria mit Blick auf die Sagrada Familia gesund zurückblicken können
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Was für ein tolles Kompliment! 😀 Vielen lieben Dank! Die Zeit dort war wirklich schön. Es gebe noch einiges zu berichten, nur weiß ich nicht wann ich dazu kommen werde. Momentan ist es schwierig. Ich schreibe immer stückchenweise an meinen Beiträgen. Jeden Tag immer ein bisschen, sofern ich natürlich dazu komme.

      Eine herrliche Vorstellung, mit der Sangria und dem Blick auf die Sagrada Familia! Ich hoffe, dass du diesen Moment sehr bald in Echt erleben darfst. Bleib ebenfalls gesund! ❤️

      Ganz liebe Grüße! 🙋🏻‍♀️

  2. Barcelona eine Stadt die ich auch gerne mal besucht hätte aber vielleicht wird das ja mal noch was ! Ja vielleicht sind solche Beiträge gerade passend zur jetzigen Zeit ! Flohmärkte sind nicht so mein Ding aber das Fotos dieser alten AC/DC Platte lies mich sofort aufhorchen. Habe die gleiche allerdings nicht als Platte sondern als Cassette. Ja da habe ich noch einiges davon !!! LG Manni

    1. Oh, die Stadt würde dir bestimmt sehr gefallen! Sie hat unglaublich viel zu bieten. Einiges davon werde ich demnächst hier im Blog zeigen. Hoffe, dass ich genug Zeit dafür bekomme.

      Vielleicht klappt es ja bei dir tatsächlich irgendwann mit einem Trip nach Barcelona. Wer weiß.

      Zufällig hatte ich sie auch, aber ich habe sie vor Jahren verschenkt, nachdem mein Plattenspieler kaputt ging. 🙂

      Liebe Grüße!

Ich freue mich mega über jeden Kommentar!

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