
Es gibt viele Dinge in unserem Alltag, die selbstverständlich sind, so dass man nicht weiter über sie nachdenkt. Man glaubt sie schon zu kennen, schließlich hat man im Laufe seines Lebens einiges über sie gehört oder Erfahrungen damit gesammelt. Es sind meist dieselben Informationen, und irgendwie kam man nie auf die Idee etwas tiefer zu graben. Warum auch? Der Alltag hält genug Herausforderungen für uns parat und jeder hat seine eigenen Interessen.


Der Kürbis ist so ein Kandidat. Er ist für mich das Symbol für den Herbst schlechthin, und trotzdem hatte ich mich nie näher mit ihm beschäftigt. Dann ging ich auf die Suche (& auch zur Kürbisausstellung nach Ludwigsburg, von der die Fotos in diesem Beitrag stammen) und habe ein paar interessante Fakten für euch zusammen gestellt.
Populärer Mythos: Der Kürbis kommt ursprünglich aus Amerika

Beginnen wir mit dem Wichtigsten: Wenn es nämlich heißt, der Kürbis stamme ursprünglich aus Amerika, ist damit lediglich die Gattung Cucurbita gemeint, zu der mittlerweile viele unserer Speisekürbisse gehören. Nach heutigem Forschungsstand liegt der Ursprung des Cucurbita auf dem amerikanischen Kontinent. In Mexiko wurden z.B. Überreste kultivierter Cucurbita-pepo-Kürbisse nachgewiesen, die etwa 8.000 bis 10.000 Jahre alt sind. Allerdings waren es andere Zuchtsorten als heute. Der ursprünglich afrikanische Flaschenkürbis hingegen, war auch in Europa und Asien bereits in der Antike bekannt. Da diese Aussage an Halloween im Zusammenhang mit ausgehöhlten Kürbissen häufig erzählt wird und die Unterscheidung dabei oft weg fällt, nehmen viele an, der Kürbis sei generell ein Amerikaner.
Es ist nicht alles Pumpkin, was Kürbis heißt

Um den Übergang perfekt zu machen: Beim Pumpkin handelt es sich ausschließlich um den typischen runden, orangen Kürbis der an Halloween & Thanksgiving so ungemein populär ist und für Schnitzkunst verwendet wird. Der Pumpkin gehört zur Gattung Cucurbita, und dort zur Art Cucurbita pepo, zu der auch Zucchini und viele Zierkürbisse gehören. Der Hokkaido ist dagegen ein Cucurbita maxima, der Butternut ein Cucurbita moschata. Insgesamt zählt die Gattung Cucurbita rund 15 Arten, von denen fünf weltweit angebaut werden.

Im Englischen gibt es tatsächlich unterschiedliche Begriffe, je nachdem, um welchen Kürbis es sich handelt:
Pumpkins sind wie bereits erwähnt die runden, orangen Herbstkürbisse. Squashes nennt man die essbaren Kürbisse im weiteren Sinn: von der Zucchini über den Hokkaido bis zum Butternut. Zudem unterscheiden die Amerikaner je nach Erntezeit zwischen Summer Squash (zart, mit essbarer Schale) und Winter Squash (hartschalig, lagerfähig). Dann gibt es noch die Gourds. Das sind die hartschaligen Zierkürbisse, die man nicht isst, sondern dekoriert. Ob klein und bunt als Herbstschmuck oder als Flaschenkürbis-Behälter. Ein tolles Buch darüber ist The Compleat Squash: A Passionate Grower’s Guide To Pumpkins, Squashes, And Gourds (leider auf englisch).
Die Kürbis als Halloween-Laterne ist vermutlich ein moderner Brauch

Man erzählt, der „Jack O’Lantern“ stamme ursprünglich aus Irland. Dort sollen die Menschen Steckrüben oder große Kartoffeln ausgehöhlt und mit Fratzen versehen haben, ehe irische Einwanderer in Nordamerika den Kürbis entdeckten. Ich persönlich stehe dieser romantische Erzählung etwas skeptisch gegenüber, und das aus mehreren Gründen:
Die Figur des Jack erscheint, wenn man genauer recherchiert, eher wie eine folkloristische Sagengestalt und keine historisch nachgewiesene Person. Auch zu der häufig erzählten Verbindung zu seiner Geschichte und dem Schnitzen von Halloween-Laternen, konnte ich anhand den bisher geprüften Quellen keine zeitgenössischen Belege für den genauen Ursprung finden. Ich stieß auf den Artikel Irish Myths und dieser stellt selbst infrage, dass die Jack-Sage ursprünglich den Gemüselaternenbrauch erklären sollte, und verbindet sie stattdessen mit der Erklärung von Irrlichtern. Dann fand ich eine Ausgabe von Harper’s Young People vom 9. November 1880. Auf der Seite 17 gibt es ein kurzes Gedicht mit dem Titel „JACK-O’-LANTERN„, von Mary E. Folsom. Allerdings stellt es keinen Bezug zu Halloween her und eine ältere Kürbisfigur von 1867 gibt ebenfalls keinen ausdrücklichen Bezug zu Halloween. Jack als Kürbislaterne mit Grimasse, taucht erst Anfang der 1900er Jahre auf.


Links: Jack ohne Fratze in der Kürbissausstellung Ludwigsburg & rechts: eine historische Illustration von 1903 (Foto: gemeinfrei)
Die Hungersnöte: Irland hat in seiner Geschichte etliche schwere Hungersnöte erlebt. Es fällt schwer sich vorzustellen, dass man in ohnehin in harten Zeiten wertvolle Lebensmittel (selbst wenn sie minderwertiger waren) freiwillig für Schnitzereien opferte, zumal das Land durch Kriege und Krisen gezeichnet war. Auch die Nutzung von Kerzen als dauerhafte oder nächtliche Außenbeleuchtung, betrachte ich historisch gesehen als Kostenfaktor. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sich ärmere Bevölkerungsschichten diese Verschwendung leisten konnten.
Fazit: Meine Recherche fand keine durchgehende historische Belegkette, die ältere europäische Gemüselaternenbräuche mit der heutigen Halloween-Kürbislaterne verbindet. Und einzelne literarische Darstellungen reichen meiner Meinung nach nicht aus, um damit eine uralte, ununterbrochene Tradition nachzuweisen. Erst ein amerikanischer Festleitfaden (Essay) von 1903, empfiehlt geschnitzte Gemüselaternen ausdrücklich als Halloween-Dekoration zu verwenden. Die entsprechenden Anweisungen beschreiben jedoch eine gesellige Orakel- und Kennenlernfeier, deren Leitmotiv die zukünftige Ehe ist. Von Stingy Jack jedoch keine Spur. Die Laternen werden für die Häuser als Erkennungszeichen empfohlen, in denen diese Orakelfeiern stattfinden sollen. Untermauert wird diese Praktik von einem Bericht der Library of Congress. Hier wird beschrieben, dass Halloween im viktorianischen Zeitalter und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ausdrücklich als stärker auf die romantischen Wünsche unverheirateter junger Menschen ausgerichtet wurde. Und irgendwann im Laufe des 20. Jahrhunderts, scheint sich aus einer Festkultur mit Liebesorakeln, geselligen Feiern, Geistermotiven, Verkleidungen und Streichen, in Nordamerika zunehmend ein organisiertes Kinder- und Nachbarschaftsfest entwickelt zu haben. Das Süßigkeitensammeln wurde zu einer Hauptaktivität, während die zuvor bedeutenden Heiratsorakel in den Hintergrund traten.
Die beliebtesten Kürbisgerichte & ein Rezept abseits des Mainstreams

Der Kürbis bildet aufgrund seiner Vielseitigkeit die Grundlage für zahlreiche beliebte Klassiker der Herbstküche. Das wohl bekannteste Gericht und Dauerbrenner im Herbst ist die Kürbissuppe, meist aus Hokkaido- oder Butternut-Kürbis zubereitet und gerne mit Ingwer, Kokosmilch sowie gerösteten Kürbiskernen und Kürbiskernöl verfeinert. Manchmal wird er stattdessen auch mit Muskatnuss und etwas Sahne abgeschmeckt und oft mit krossen Brotcroutons serviert. In vielen Regionen schätzt man zudem den deftigen Kürbis-Eintopf, in dem der Kürbis zusammen mit Kartoffeln, Möhren, Lauch und Mettenden oder Speck langsam weichgekocht wird.


In der Kürbisausstellung in Ludwigsburg gönnten wir uns eine leckere Kürbissuppe mit Kürbis-Maultaschen
Sehr beliebt ist das deutsche Kürbisbrot, bei dem gekochtes Kürbispüree direkt in einen klassischen Hefeteig eingeknetet wird. Dadurch erhält das Brot seine leuchtend gelb-orange Farbe, eine saftige Krümelstruktur. Auch herzhafte Kürbis-Blechkuchen oder saftige Rührkuchen mit Kürbis und Walnüssen sind recht beliebt. Aus dem Ofen überzeugt aber auch kross geröstete Kürbisspalten mit Olivenöl, Knoblauch, Feta und Rosmarin. Auch ganze, ausgehöhlte Kürbisse, die nach Wunsch mit Hackfleisch, Pilzen, Couscous oder Ziegenkäse gefüllt und überbacken werden, sind ein echter Renner.

Kürbis Süßspeisen: Das feine Aroma des Kürbisses eignet sich aber auch hervorragend für Süßspeisen und Gebäck. Bekannt ist der nordamerikanische Klassiker Pumpkin Pie, ein Mürbeteigkuchen mit einer intensiv gewürzten Kürbis-Creme aus Zimt, Muskat und Nelken. Mittlerweile auch bei uns als Trendgetränk angekommen ist der Pumpkin Spice Latte, bei dem Kürbispüree und herbstliche Gewürze mit Espresso und aufgeschäumter Milch kombiniert werden.
Einkaufs- und Lagertipps

Wie erkennt man einen reifen Kürbis: Ein reifer Kürbis lässt sich mit drei einfachen Merkmalen erkennen. 1. Der Stiel ist trocken, holzig und braun, und 2. Beim leichten Anklopfen an die Schale klingt der Kürbis hohl & 3. Optik: eine rundherum durchgefärbte und extrem harte Schale, die sich mit dem Fingernagel kaum noch eindrücken lässt.
Lagerung: Ganze (unbeschädigte) Kürbisse mit intaktem Stielansatz, halten sich an einem kühlen (ca. 10–15 °C), trockenen und dunklen Ort locker 2 bis 4 Monate. Einige Sorten wie der Butternut sogar bis zu 6 Monate. Sobald der Kürbis jedoch angeschnitten ist, bitte eingewickelt in den Kühlschrank und innerhalb von 3 bis 4 Tagen verbrauchen.
Kürbis einfrieren: Dafür den rohen Kürbis schälen, entkernen und in Würfel scheiden. Noch besser hält sich das Aroma, wenn man die Kürbiswürfel vorher kurz für 2 bis 3 Minuten blanchiert oder sie als fertiges Kürbispüree einfriert. So bleiben sie im Tiefkühlfach etwa 8 bis 12 Monate haltbar.
Nützliche Quellen & Ratgeber
- Ökotest essen – Kürbis richtig lagern – Hinweise zur Lagerung & Tipps.
- Federal Centre for Nutrition (BZfe) – Vom Einkauf in die Küche – Fachliche Tipps zur Erkennung der Reife, bis hin zur optimalen Lagerung im Haushalt.
- Kürbissorten-Datenbank – für Züchter & Hobbygärtner – KCB Seeds betreibt eine der weltweit größten Datenbanken mit mehreren hundert Kürbissorten.
Kürbisse – Antikes Heil- und Wundermittel

Kürbisse haben eine lange Geschichte in der Volksmedizin. Die indigenen Völker Nordamerikas nutzten Kürbisstreifen als Heilmittel bei Brandwunden und zur Bekämpfung von Darmparasiten. Die Wirkung ist sogar wissenschaftlich fundiert, denn Kürbiskerne enthalten die Aminosäure Cucurbitin, die einen lähmenden Effekt auf Parasiten und Bandwürmer hat.
Auch im Mittelalter wurde der Kürbis zur Behandlung von Geschwüren bis hin zur Linderung von Verbrennungen eingesetzt. Zusätzlich auch zur Behandlung von Nieren- und Blasenproblemen, da er als harntreibend angesehen wurde.

In manchen Regionen wurden zerquetschte Kürbiskerne als Mittel gegen Schlangenbisse verwendet. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Kürbiskernextrakt in vielen Apotheken ein offizielles Heilmittel gegen Würmer. In Europa verwendete man den Kürbissaft um Sommersprossen verblassen zu lassen. Und: Die gelben Kürbissorten sollen besonders reich an Vitamin B1 (Thiamin) sein. Tolle Infoquelle dazu: Kürbiswelt
Faszinierende, aber oft unbekannte Fakten über Kürbisse:

🎃 Kürbisse sind botanisch gesehen Beeren
Obwohl wir den Kürbis wie ein Gemüse zubereiten, gehört er botanisch zu den Panzerbeeren und teilt sich diese Pflanzenfamilie (Cucurbitaceae) eng mit Gurken, Melonen und Zucchini. Zudem ist jedes Teil des Kürbisses essbar.
🎃 Kürbisse bestehen zu 90 % aus Wasser: Ähnlich wie die Wassermelone besteht auch der Kürbis zu rund 90 bis 92 % aus Wasser. Trotzdem ist er reich an Nährstoffen wie Beta-Carotin (was ihm die orange Farbe verleiht), Kalium und Vitamin A.
🎃 Vorkommen: Kürbisse wachsen weltweit auf fast allen Kontinenten. Außer in der Antarktis, da sie Frost absolut nicht vertragen und viel Sonne benötigen.
🎃 Kürbisse dienten als Bier-Ersatz: Als die ersten europäischen Siedler in Nordamerika ankamen, hatten sie kaum Zugang zu Gerste oder Hopfen, um Bier zu brauen. Stattdessen nutzten sie den natürlichen Zucker des Kürbisses: Sie vergoren Kürbisfleisch zusammen mit Melasse oder Ahornsirup und brauten daraus eines der ersten echten amerikanischen Biere. Weitere Quelle zum Thema: atthetap.com.

🎃 Kürbiskern-Öl leuchten unter UV-Licht: Das grüne Kürbiskernöl aus der Steiermark z.B. besitzt zwei besondere Eigenschaften. Die erste ist der Dichromatismus und die zweite Eigenschaft ist die Fluoreszenz. Das bedeutet, das Kürbiskernöl leuchtet unter UV-Licht. Das lässt sich in einem einfachen Schulversuch zeigen, wie ihn die Uni Wuppertal beschreibt: chemiedidaktik.uni-wuppertal.de
🎃 Riesenkürbisse wachsen kilometerweit (pro Tag!): Die gigantischen Kürbisse, die auf Zuchtwettbewerben präsentiert werden (wie der Sortentyp Atlantic Giant), legen in ihrer Hochphase eine unglaubliche Wachstumsgeschwindigkeit an den Tag. Sie können bis zu 15 bis 20 Kilogramm pro Tag an Gewicht zulegen. Das bedeutet, dass das Pflanzengewebe im Inneren stündlich hunderte Meter an neuen Leitbahnen und Zellstrukturen ausbildet. Der schwerste je gezüchtete Kürbis wog im Übrigen über 1,2 Tonnen (mehr als 1.200 kg). Quelle: gpc1.org/
🎃 Kürbisse dienten früher angeblich als Kuchenform: Der klassische Pumpkin Pie sah früher ganz anders aus. Die frühen Siedler schnitten den Deckel eines Kürbisses ab, entfernten die Kerne, füllten den Hohlraum mit einer Mischung aus Milch, Gewürzen sowie Honig und stellten den ganzen Kürbis direkt in die heiße Asche des Lagersystems. Der Kürbis war also gleichzeitig Zutat und Backform. Quelle: tippinspies.com/.
🎃 Kürbisse gehen nicht unter: Trotz ihres enormen Gewichts schwimmen Kürbisse auf dem Wasser. Der Grund ist ihr hoher Luftgehalt im Hohlraum der Innenseite. Das nutzt man bei den berühmten „Kürbis-Regatten“, bei denen Menschen in ausgehöhlten Riesenkürbissen als Kanu um die Wette paddeln.


Links: Handschriftliche Dokumentation indischer Instrumente (u. a. Vina und Poongi) von 1888, die unter Verwendung von Flaschenkürbissen gefertigt wurden. Rechts: Historische botanische Tafel, echter Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria). Bilder Gemeinfrei / Public Domain.
🎃 Kürbisse als Währung und Geschirr: Bevor es Plastik oder Tongefäße überall gab, wurden getrocknete Flaschenkürbisse (Gourds) ausgehöhlt und als Trinkfgefäße, Schöpfkellen, Musikinstrumente (wie Maracas) oder als Vogelhäuser genutzt. Auch als Kalebasse bekannt. In manchen Regionen dienten sie sogar als Tauschmittel.
🎃 Verpackung der Zukunft: Forscher experimentieren mit den faserigen Resten von getrockneten Flaschenkürbissen und Kürbisschalen, um biologisch abbaubare Lebensmittelverpackungen, Dämmmaterial und Styropor-Ersatz herzustellen.
Der Kürbis in der Esoterik, im Okkultismus und Volksglauben

Der Kürbis taucht in der Magie und Volksglauben in zwei verschiedenen Aspekten auf: Einmal im Jack-o‘-Lantern-Brauch zum Schutz vor Geistern und im rituellen Gebrauch von Kalebassen.
Das bekannteste Ritual ist das Schnitzen von Fratzen, ursprünglich in Rüben und Kartoffeln. Das soll böse Geister von Grundstücken, Türen und Fenstern fernhalten. Das Licht im Inneren steht hier für ein Seelenlicht und diente als Abwehrzauber gegen böse Geister, Dämonen und rastlose Seelen. Man glaubte, dass sich am Vorabend von Samhain die Grenze zwischen der diesseitigen und der geistigen Welt durchlässig wird, und die Geister der Toten sich unter die Lebenden mischen. Das Ganze geht auf die irische Sage von „Stingy Jack“ zurück. Er durfte weder in den Himmel noch in die Hölle und wanderte mit einer glühenden Kohle in einer Rübe durch die Dunkelheit. Diese Sage ist eine Erzählung und kein historischer Beleg für alle Halloween-Bräuche. Der Kürbis kam wie erwähnt erst im 19. Jahrhundert ins Spiel.

In Esoterik und Neopaganismus gilt der Kürbis als Symbol für Fülle und Fruchtbarkeit. Genannt werden Zauberbeutel mit getrockneten Kernen, den die unzähligen Samen in seinem Inneren machen ihn zu einem kraftvollen Werkzeug für Wohlstandsmagie. Zusammengemischt mit Kräutern wie Zimt oder Nelken in einem Zauberbeutel (Mojo Bags), soll es Reichtum anziehen. Dazu kommt das Vergraben von Kernen unter dem Vollmond im Erdreich, um den Kinderwunsch, eine ertragreiche Ernte oder das Gelingen neuer Lebensprojekte. Auch das Kochen von Kürbissuppe oder -brot soll Erd- und Sonnenenergie für den Winter aufnehmen, wenn man dabei Absichten im Uhrzeigersinn einrührt. Quelle: Cunningham’s Encyclopedia of Magical Herbs (Scott Cunningham’s Encyclopedia Series Book 1.


Eine besondere Bedeutung nimmt der Kürbis in den afro-karibischen Religionen wie der Santería, dem Candomblé oder dem Vodou ein. Dort ist die Frucht eng mit der Göttin der Liebe (Orisha Oshun) verknüpft. In sogenannten Ebo-Ritualen wird der Kürbisköpf aufgeschnitten, ausgehöhlt und mit Honig, Münzen, Gewürzen oder geschriebenen Wünschen befüllt. Als Opfergabe wird dieser Kürbis anschließend an das Ufer eines Flusses gebracht, dem Herrschaftsbereich Oshuns, um Reichtum, Heilung oder Zuneigung zu erbitten. Wichtig ist hierbei der Speisekürbis vom getrockneten Flaschenkürbis (der Kalebasse) zu unterscheiden. Letzterer dient als sakrales Instrument, etwa als Rassel (Asson oder Shekere) zur Geisterbeschwörung oder als dauerhaftes Gefäß zur Verwahrung magischer Ladungen oder zur Bindung eines Dämons. Quelle: The Element Encyclopedia of 5000 Spells: The Ultimate Reference Book for the Magical Arts.
Zum Schluss noch ein persönlicher Kürbis-Filmtipp:

Wenn ihr mich fragen würdet, welches zu meinen absoluten Lieblings-Halloween-Filmen gehört, dann führt bei mir kein Weg an dem zeitlosen Klassiker „Die Peanuts – Der große Kürbis“ (It’s the Great Pumpkin, Charlie Brown) vorbei.
Dieser Film gibt mir eine unvergleichliche, nostalgische Herbststimmung. Die Geschichte rund um Linus, der voller Hoffnung im Kürbisfeld auf die Ankunft des mysteriösen „Großen Kürbisses“ wartet, ist warmherzig, witzig. Es erinnert mich stets daran, wie magisch Halloween für mich als Kind war und wie ich die amerikanischen Kinder um diese Tradition beneidete. Aktuell könnt ihr den Film auf Apple TV+ streamen.
Machts gut ihr Lieben & lasst euch die Herbstsonne auf die Nase scheinen,

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