Wie pandemietauglich sind meine Ratgeber? // oder auch: Auf der Suche nach mehr Lebensfreude im Bücherregal

Neulich suchte ich meinem Bücherregal nach einem bestimmten Buch für meine Schwester. Dabei stellte ich fest, dass ich mir mit der Zeit ziemlich viele Bücher zum Thema Glück und Lebensfreude zugelegt hatte. Da hatte sich wohl unbewusst etwas angekündigt. Denn nicht ohne Grund habe ich hier lange nichts mehr von mir hören lassen. Ich brauchte diese Auszeit. Ob ich mich nun wieder öfter melden werde, weiß ich im Moment auch noch nicht. Kommt darauf an, wie sich gewisse Dinge in meinem Leben weiter entwickeln werden. Fakt ist: Noch nie habe ich meine Kräfte und meinen Optimismus so zusammen sammeln müssen wie die letzten Monate. Ich hatte schlicht nichts mehr übrig, um mich für irgendetwas {außer den Plichten als berufstätige Frau und Mutter} aufzuraffen.

Wenn dann noch zu der eigenen stressigen Lebenssituation, schlimme Ereignisse hinzu kommen {wie in meinem Fall}, ist der Ofen schnell aus. Nach all der Zeit sind einfach keine Zitronen mehr übrig, um Limonade daraus zu machen! Tja, und so kam irgendwann, was wohl kommen musste: ich bekam meine erste Panikattacke. Trotz und obwohl ich eigentlich immer versuche das Beste aus jeder verflixten Situation zu machen. Es hatte sich mit der Zeit einfach zu viel angestaut. Die schlimmen Nachrichten aus der Verwandtschaft brachten dann das Fass quasi zum überlaufen {für einige Nachrichten gibt es leider Gottes keine Löschtaste mehr}. Es brach alles aus mir heraus.

Die unzähligen Spaziergänge im Örtchen haben längst ihre große Wirkung verloren. Wenn man Glück hat, geht es einem wieder etwas besser, doch wieder Zuhause, nistet sich dieses besch***ene Gefühl wieder ein: Machtlosigkeit. Man kann die Familie nicht aktiv unterstützen, in ihren schlimmsten Momenten bei ihnen sein, sie umarmen, Trost spenden und leider Gottes auch – sich für immer von einigen verabschieden… Wir brauchen aber das Miteinander, die körperliche Nähe. Sie ist essenziell. Sie ist unser Lebenselixier. Ganz ehrlich? Mittlerweile glaube ich immer weniger, dass uns diese Pandemie töten wird, viel eher werden es andere Dinge sein: die fehlende Führsorge, Unterstützung und die Perspektivlosigkeit, in der wir uns momentan befinden.

Sätze wie “Jammern auf hohem Niveau” sind da total fehl am Platz. “Jammern auf hohem Niveau?” Das war vor Corona!

Wie Pandemiekrisentauglich sind nun meine schlauen Ratgeber im Bücherschrank?

Als ich all diese Ratgeber fand, dachte ich, jetzt fehlt mir in meiner Sammlung nur noch ein Buch mit dem Titel “Wie überstehe ich eine schlimme Kriese inmitten einer Pandemie”. Ich zog alle {nichtesoterischen} Bücher aus meinem Regal und schlug spontan eines auf. Als ich den ersten Satz las, kamen mir diese positiven Floskeln und Selbstaffirmationen plötzlich völlig bescheuert und lächerlich vor. Sätze wie: “…Sonst verpasst du noch das hier und jetzt…” und “Achtsam sein und bla, bla, bla…” Ich dachte nur: “Achtsames Lockdown? Verzichte! Und was dieses “Jetzt verpassen” angeht, so würde ich das weeeeeit weg, am liebsten irgendwo auf Hawaii verpassen. Und dort erst mal verdammt lange unachtsam sein…

Aber ich beschloss die Bücher erneut zu lesen. Diesmal mit Hinblick auf die Pandemie und diese {um es mal positiv zu formulieren} herausfordernden Situation in meinem Leben. Mal ein Selbstversuch anderer Art.

DER GEILE SCHEISS VOM GLÜCKLICHSEIN

Ich fange mal mit dem Buch “Der geile Scheiß vom Glücklich sein” an. Das Buch ist stellenweise ziemlich lustig geschrieben und alleine das hat mir schon gut getan. Besonders liebe ich die kreative Schreibweise {Und ich gestehe, ich habe das Buch seinerzeit eigentlich nur wegen des Tites gekauft}. Die vielen originellen Sprüche liebe ich. Neben kleinen Anekdoten aus dem Leben, bekommt man einige gute Ansätze, um sich über die eigene vertrackte Situation Gedanken zu machen. Für mich persönlich, wird die Suche nach einem passenden Partner viel zu oft thematisiert, vermutlich weil ich schon einen Partner an meiner Seite habe.

Pandemie-Tauglichkeit: Bedingt, aber hat potential. Abhängig natürlich von der persönlichen Grundsituation des Ratsuchenden, z.B. ob in Beziehung, unglücklich verliebt oder Single. Die Idee mit der Analyse und Checkliste finde ich nicht schlecht. Gleich mal prüfen wo es klemmt und anpacken. Tipp: Die jüngeren unter euch, sollten sich den Podcast gusch baby der Autorin und ihrer Cousine reinziehen. Meine Altersklasse regt sich über gewisse Dinge die dort thematisiert werden nicht mehr auf. Dennoch stellenweise durchaus amüsant.

HANDBUCH FÜR MIESE TAGE

Das “Handbuch für miese Tage” ist vom Cover her schon mal ziemlich ansprechend. Zumindest für die Mädels unter uns. Inhaltlich ein gutes Erste-Hilfe Buch, wenn es im Leben mal kein Konfetti regnet. Vieles davon ist aus anderen Büchern bekannt, einiges setzt man vermutlich bereits selber um. Jedoch bietet die Autorin durchaus gute Ansätze und Tipps, um wieder auf die Beine zu kommen. Ich weiß allerdings nicht, ob man mitten in einer schlimmen Kriese, die Kraft und auch Lust besitzt, solch ein Buch zu lesen {Dafür ist das Buch aber auch nicht gedacht}. Speziell was die Sache mit dem Beobachten der eigenen negativen Gefühle betrifft. Will ich das wirklich? Eigentlich nicht.

Pandemie-Tauglichkeit: Hat Potential. Erwartet hatte ich eher so etwas wie ein Nachschlagewerk, unterteilt nach Krisen-Kriterien. Doch so vielschichtig wie wir Menschen sind, und so unterschiedlich unsere Sorgen und Lebensumstände, ist so ein Rezept-Buch für Lebenskrisen auch kaum umsetzbar. Dennoch hat das Buch etwas Positives in mir ausgelöst. Plötzlich dachte ich, ist es denn gerade wirklich so mies {eigentlich schon}, dass du dafür extra im Buch nach einer Lösung suchen musst? Buch zu, Musik aufdrehen und weiter geht’s. Packen wir es an, das Leben muss weiter gehen, auch wenn es einem gerade nicht zum tanzen zumute ist.

FLOW – FOTOGRAFIEREN ALS GLÜCKSERLEBNIS

Fotografieren macht mir zur Zeit auch keinen großen Spaß mehr, also holte ich das Buch Flow – Fotografieren als Glückserlebnis mit aus dem Regal. Ehrlich gesagt hatte ich es bis Dato noch nicht gelesen. Das Buch beginnt zunächst mit ziemlich viel Theorie, zumindest die ersten 50 Seiten beschreiben, was “Flow” eigentlich bedeutet. Erst dann wird nach und nach der Bezug zur Fotografie genommen. Themen, wie die eigene Wahrnehmung beim fotografieren und gewisse Voraussetzungen, um seine Fähigkeiten als Fotograf(in) zu verbessern, sind durchaus lesenswert. Momentan ist mir das alles jedoch noch zu viel an Theorie. Daher habe ich es wieder weg gelegt. Ich hatte irgendwie mehr praktische Tipps erwartet. Jedoch möchte ich das Buch keinesfalls zu vorschnell abschreiben. Ins Eingemachte geht es am Ende, wie ich beim Blättern festgestellt habe.

Pandemie-Tauglichkeit: Durchaus umsetzbar. Glücklich Fotografieren kann man auch in der Pandemie, auch wenn man sich Anfangs vielleicht dazu aufraffen muss {und die Locations momentan auch nicht so spannend sind wie im Urlaub}.

100 TAGE VOLLER KREATIVITÄT

Das Buch “100 Tage voller Kreativität ist ein Mitmachbuch und damit eher etwas für mich. Es steckt voller inspirierender Aufgaben und Herausforderungen, wie diverse Fragen an mein kleines Ich oder eine Dankesrede für eine fiktive Auszeichnung schreiben. Beim Lesen dieser Tipps stellt man plötzlich fest, wie es im Inneren “Blupp, blupp,” macht und wie diese kleinen Glücks-Energien platzen, und wie gut sich das anfühlt. Plötzlich gibt es wieder etwas Hoffnung im eintönigen Alltag.

Pandemie-Tauglichkeit: Absolut. Die vielen kreativen Ideen in dem kleinen Büchlein lenken ab und schenken Glücksmomente, und die wiederum etwas Energie und frischen Wind in die Monotonie. Auch mit den Kids sind diese Ideen super umsetzbar!

99 HERRLICHE AUSZEITEN FÜR ZWISCHENDURCH

“99 herrliche Auszeiten für Zwischendurch” ist ähnlich vollgepackt mit Vorschlägen und Tipps, wie das Kreativitäts-Buch zuvor. Jedoch geht es in diesem Exemplar primär um Aktivitäten, die einem helfen sollen aus dem Alltag zu entfliehen.

Pandemie-Tauglichkeit: Situationsabhängig. Von den insgesamt 99 Ideen, sind 34 in der Pandemie schwer oder erst gar nicht durchführbar, wie z.B. “Genieße einen mehrstündigen Saunabesuch” oder “Setz dich für eine Weile in Südostasien ab”. Zwar mag die Zahl 34 von 99 nicht hoch erscheinen, aber gerade diese Aktivitäten bescheren einem die größten Glücksmomente. Sie jetzt zu lesen, erzeugt Wehmut, da aktuell nicht machbar, aber dafür kann das Buch nix. Die restlichen Vorschläge ähneln den Tipps aus den Büchern zuvor.

DAS GLÜCK DES INNEREN LÄCHELNS

Das Buch “Das Glück des inneren Lächelns besitze ich nun schon etliche Jahre. In diesem kleinen Büchlein von Victoria Moran, geht es um die Selbstliebe und der inneren Balance. Behandelt werden auch Themen wie Körperpflege, richtige Ernährung und die Änderung von schlechten Lebensgewohnheiten. Ein wirklich tolles Buch, mit tollen Tipps um sich selbst zu verwöhnen. Wie heißt es so oft? “Wenn sich im Leben etwas ändern soll, dann beginnt man zunächst an sich selbst zu arbeiten”.

Pandemie-Tauglichkeit: Definitiv. Vor allem als Mutter, stellt man die Bedürfnisse der eigenen Person oftmals hinten an. Man vergisst schnellt, auch mal sich selbst und auch eigenen Körper zu verwöhnen. Dabei ist das eigene Wohlgefühl sehr wichtig, wenn es um Zufriedenheit geht.

Wer im Übrigen zufällig ein Skoobe-Abo besitzt, wird auch dort fündig werden. Hier eine kleine Auswahl:
> Dankbarkeit: Wie Sie mit Dankbarkeit, Gelassenheit, Zufriedenheit, Glück und pure Lebensfreude finden
> Die 25-Erste-Hife Strategien für mehr Glück und innere Balance
> Verändere dein Leben: Ein Leitfaden für Erfolg und Genuss

oder Hörbücher:
> Fokus auf Lebensfreude
> Lebensfreude statt Stress
> uvm.
Hinweis: Bei den Büchern in diesem Beitrag handelt es sich um rein persönliche Empfehlungen. Ich wurde von keinem der Autoren, Verlage oder Skoobe für diesen Beitrag in irgend einer Art gesponsert oder honoriert. Alle Bücher wurden von mir privat erstanden.

Geholfen haben mir persönlich neben alle den Ratgebern, ganz besonders die Zeit mit meinem Kind, aber auch tolle Kochbücher aus meiner Sammlung wie z.B. das Buch “Aus Liebe zum Kochen: Küchenbesuche bei leidenschaftlichen Foodies”. Und was das Streaming angeht, dann definitiv die Doku-Serie “Somebody Feed Phil” {auf Netflix}. Eben, weil es dabei um andere Orte und um das Beisammensein mit anderen Menschen geht. Genau, fällt euch was auf?

Genug gejammert. Der Frühling klopft an. Endlich können wir wieder mehrere Stunden draußen die Sonne genießen und wertvolles Vitamin D tanken.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

7 Kommentare zu „Wie pandemietauglich sind meine Ratgeber? // oder auch: Auf der Suche nach mehr Lebensfreude im Bücherregal

  1. Also ich wollte zuerst schreiben “schön mal wieder was von dir zu hören ” aber als ich den Beitrag gelesen habe, lasse es lieber !
    Das hört sich nicht gut an und ich bin ehrlich , ich habe von Panikattacken zwar gehört, weiß aber nicht wie man damit umgeht ! Also bevor ich was falsche schreibe oder Blödsinn lasse ich es lieber !
    Ich kann dir auch leider keinen Rat über die Bücher geben weil ich selber keine habe, fast nichts lese ( ich bin Nichtleser ) und auch sonst in der Richtung vermutlich völlig daneben bin !
    Ich kann aber eines ! Dir alles Gute wünschen und hoffe du bekommst dies in Griff ! Mehr kann ich leider nicht tun ! Wenig aber ernst gemeint !!!
    Also alles alles Gute ! Manni

    1. Lieben Dank Manni, mittlerweile geht es mir wieder besser. Man lernt mit bestimmten Situationen irgendwie zu Leben und weiter zu machen. Zum Glück blieb es bei dem einen mal. Die ganzen Anspannungen mussten wohl raus. Besser so, wie evtl. in eine dauerhafte Depression zu verfallen. Liebe Grüße!

  2. Danke für die super tollen Buchempfehlungen oder eben nicht Empfehlungen, ich glaube ich werde mir ein oder zwei nun gönnen . Drücke dir die Daumen, dass die Panikattacken aufhören oder wenigstens weniger werden – ich für meinen Teil habe diese zwar nicht, aber dafür eben eher Stimmungsschwankungen, traurige Momente und ich glaube, das ein oder andere Buch wird wunderbar ablenken. Herzlichst Gaby

    1. Hallo liebe Gaby,
      vielen Dank für deinen Besuch und deinen lieben Kommentar. Es geht mir mittlerweile zum Glück wieder besser. Ich bin froh, dass seitdem keine Panikanfälle mehr aufgetreten sind. Es musste wohl raus und dann war es wieder gut. Die Sache mit Stimmungsschwankungen habe ich auch immer wieder. Es ist einfach eine sch**** Situation momentan. Hoffe, mit dem Sommer kommen wieder mehr Freiheiten für uns.

      Alles Gute auch dir und viele sonnige Momente. Allerliebste Grüße!

Ich freue mich mega über jeden Kommentar!

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