Zu Fuß von Brooklyn nach Queens // Oder auch: sowas von ‚off of the beaten track‘ 

Diese irrwitze Idee, zu Fuß von Brooklyn nach Queens zu gelangen…die war mal richtig abseits der Touristenpfade, oder wie mein Mann später sagte: sowas von abgelegen abseits. *hahahaha*


Ich weiß nicht was mich dazu geritten hat, mein Menne dazu zu überreden, von Brooklyn nach Queens zu laufen, zumal uns die Dimensionen was die Entfernungen betrifft noch gar nicht bekannt waren (und die sind gewaltig!) und ich eigentlich nur zu gut weiß, dass Menne für sowas eigentlich gar nicht zu haben ist.

Unser Ziel war Flushing, das zweitgrößte Chinatown von New York. Es hieß, er sei weitaus beeindruckender als sein Pondant in Manhattan und man sollte ihn unbedingt mal gesehen haben. Aufsuchen wollten wir auch den Flushing Meadows Corona Park.

Feuerwache in Brooklyn

Leider hatten wir ziemlich wechselhafte Wetter-Verhältnisse und unterwegs kam mir unser Spontanausflug immer irrsinniger vor. Immer wieder tröpfelte es, aber den recht frischen Wind empfand ich weitaus unangenehmer.

Wie viele Kilometer wir an diesem Tag übrigens zu Fuß zurückgelegt haben, kann ich leider nicht mehr genau sagen. Nur dass es etliche waren. 🙂

MYRTLE AVE | ECKE BROADWAY

Unterwegs nach Queens verlor ich mein Herz an die Myrtle Ave, Ecke Broadway, eine belebte Straße unterhalb der Subwaybrücke der Linie J, M, Z. Wir machten hier einen kurzen Stopp und aßen einen verd*** leckeren Pastrami-Sandwich in einem der Delis.

Wer nach New York kommt, der sollte unbedingt mal einen Pastrami-Sandwich probieren. (Pastrami ist geräuchertes und gewürtztes Rindfleisch.) 
Für Foodies: Den besten Pastrami-Sandwich soll es bei Katz’s Deli geben.
| 205 E Houston Street, New York City, NY 10002-1098 (Lower East Side)

Und weiter gings nach Queens. Wir kamen an Sozialwohnungen, Baustellen, hübschen Wohngegenden, Parks, einen Friedhof und an einem Wald vorbei.

Ich bin mir sicher, es hat sich selten freiwillig ein Tourist in diese Gegenden verirrt, oder kam auf die gleiche wirre Idee, von Brooklyn nach Queens zu laufen.

Irgendwann, ca. 1,5 km vor dem Zentrum sind wir in den Bus gestiegen. Mein Mann hatte einfach keine Lust mehr, vor allem auch weil uns langsam ein richtig kühler Wind um die Ohren fegte, zusätzlich zu dem On-Off-Regen. Im Gegensatz zu Töchterchen & Mama war der Papa kleidungstechnisch nämlich leider nicht so gut ausgerüstet…tja.

Geärgert habe ich mich später aber über meine Dusseligkeit. Ich navigierte uns die ganze Zeit mit OffMaps2, eigentlich recht zuverlässig, sofern man natürlich immer wieder kontrolliert, ob man auch in die richtige Richtung läuft.

Aber in einer sehr aufregenden Stadt unterwegs zu sein, verleitet einem schnell dazu, vor lauter Eindrücken in eine falsche Straße zu laufen. Vor allem mit Kindern, die haben natürlich auch ihre eigenen neuen Eindrücke die sie genauer betrachten und erleben möchten, und und und…

Wie dem auch sei: ich hatte völlig vergessen, dass ich die komplette Karte von New York zuvor ja auf Google Maps herunter geladen hatte. Damit hätte ich uns offline überall hin navigieren lassen können. Das fiel mir blöderweise erst kurz vor Stadtzentrum von Queens ein und ich hätte mich dafür… *arrrrg*

Wir sind natürlich einen riesen Umweg gelaufen, weil wir irgendwie immer wieder in eine falsche Richtung abgebogen sind. So mussten wir ständig unseren Kurs korrigieren und eine längere Alternativ-Route nehmen. Ich bin mir sicher, wir wären viel eher in Queens angekommen.

Doch in Queens wurde es wettertechnisch richtig ungemütlich. Mitterweile windete sehr stark und es begann stärker zu Tröpfeln. Zudem waren die Temperaturen von gestern (28°) ziemlich gesunken (21°). Wir mussten unser Vorhaben abbrechen.

Also sind wir runter zur Subway-Station und haben uns endlich eine Metro-Karte für eine Woche gekauft. Meine bessere Hälfte – mittlerweile „not so amused“ – bestand darauf zurück nach Manhattan zu fahren. Hier war es zum Glück etwas angenehmer.

Hätten wir jedoch zum Zeitpunkt gewusst, dass gegen 20:00 Uhr ein Dauerregen beginnen würde, der erst in den frühen Morgenstunden aufhören sollte, dann wären wir sicherlich viel eher nach Hause gefahren.

Gegen 22:00 Uhr standen wir nämlich ziemlich ratlos in der Subway. Wir hatten endlich die richtige Metrostation gefunden, aber sämtliche Strecken nach Brooklyn waren gesperrt. Es gab wohl irgendwelche Behinderungen auf der Strecke.

Großartig! Uns blieb nichts anderes übrig als einen Taxi zu rufen. Und erneut weigerte sich ein Taxifahrer nach Brooklyn zu fahren.

Irgendwann hielt ein junger Fahrer an. Er war sofort bereit uns zu fahren. Der junge Inder (25) – und nein, ohne Turban 😄 – war erst vor circa zweieinhalb Jahren aus Indien gekommen.

Von ihm erfuhren wir den Grund: Viele Taxifahrer möchten Manhattan ungern verlassen, da sich in Manhattan immer ein Gast findet. Von Brooklyn jedoch, müssen Sie oftmals leer zurückfahren. Auf dem Rückweg verdienen sie kein Geld und das sehen Sie als eine Verlußtfahrt an. Na großartig….

Jetzt wisst ihr Bescheid, ne? Also falls ihr auch in diese Situation geraten solltet, nicht wundern wenn der ein oder andere Taxifahrer angeblich die Adresse in Brooklyn nicht kennt. 😉

Unser Töchterchen war übrigens die ganze Zeit über gut aufgehoben in ihrem Reisebuggy. Gut eingekuschelt unter einer Decke und mit Regenschutz natürlich.

Ganz liebe Grüße aktuell aus Washington DC. ❤️

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ein paar Reiseerlebnisse und noch allerlei andere Dinge die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen!

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