Freilichtmuseum Beuren // Ein kleiner Familienausflug

Am ersten Wochenende im Juli haben wir einen kleinen Familienausflug nach Beuren gemacht….gezwungenermaßen, wenn ich ganz ehrlich bin. Ich wäre nämlich von alleine nie auf die Idee gekommen, ein Museumsdorf zu besichtigen…ich wohne ja selber in einem Dorf…*räusper*  Dieser Ausflug war organisiert vom Kindergarten. Also sind wir hin. Dem Kind zuliebe. Muss auch mal sein. 🙂

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Das Freilichtmuseum in Beuren (Baden-Württemberg) besteht aus alten Wohn- und Geschäftsgebäuden, die eigens dorthin versetzt wurden. Man läuft quasi durch ein künstliches Dorf. Hier stehen Häuser aus den umliegenden Gemeinden, wie Tamm, Sielmingen, Getringen, Sulzgrieß, Hässlach, Kirchheim unter Teck, Ehningen, Ohmenhausen, und andere.

freilichtmuseum_beuren_frauzuckerbroetchen1Diese Häuser sind tatsächlich frei begehbar. Bis auf ein paar Räumlichkeiten. Im Nachhinein fand ich es dann doch noch ganz interessant zu sehen und zu erfahren, unter welchen Bedingungen die Menschen damals leben mussten. Auch fotografisch hat das Dorf einiges zu bieten.

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Leider war das Wetter sehr wechselhaft an diesem Sonntag

Daher auch nicht verwunderlich, dass hier auch Hochzeitsfeierlichkeiten zelebriert werden. Wie so eine Vintage-Hochzeit im Museum aussehen kann, sehr ihr auf der Seite von patriciarademacher.de.

 

Das Haus der Schultheißenfamilie

Gleich neben dem neu erbauten Eingangsgebäude, in dem sich die Museumskasse und zwei Shops befinden, steht das Haus der Schultheißenfamilie aus Gäufenlden-Öschelbronn. Das Bauernhaus wurde 1799 errichtet und soll heute die Zeit um 1927 am Beispiel einer wohlhabenden Familie darstellen.

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Die Küche der Schultheißens
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Die Speisekammer

Das zweigeschossige Doppelwohnhaus mit seinen Stallungen und Wirtschaftsräumen ist mit Natursteinen gemauert und das Obergeschoss mit den Wohnräumen besteht aus einer Fachwerkkonstruktion.

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Das prachtvolle Wohnzimmer der Schultheißens
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Das Schlafzimmer

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Mehr über die Geschichte des Hauses könnt ihr >hier erfahren.

 

Das Bauernhaus aus Eichelau

Dieses kleinbäuerliche Haus von 1509 / 1511 stellt eine typische Bauform der südlichen bis mittleren Schwäbischen Alb dar. Besonders bemerkenswert hier: ein Großteil der spätmittelalterlichen Bausubstanz ist noch erhalten geblieben.

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Der Blick auf den Ofen in der winzigen Küche

Der Wohnbereich im Obergeschoß machte auf mich einen seltsamen Eindruck, im Vergleich zu den anderen Häusern die ich zuvor besichtigt hatte. Vermutlich durch diese sehr ungewöhnliche Einteilung der Räumlichkeiten.

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Die Schlafkammer

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Die Altersversorgung in Naturalien, ausgestellt in der Dachkammer des Hauses

 

Das Tagelöhnerhaus aus Weidenstetten

Das winzige Häuschen (37 Quadratmeter) wurde 1734 erbaut und stellt die damalige Unterschicht dar. Auch wie damals üblich, befindet sich das Häuschen am Rande des Dorfes.

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Hier wohnte Ehepaar Habisohn  ab 1957, für ca. 30 Jahre zur Miete. Sie waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Heimatvertriebene auf die Ulmer Alb gekommen.

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Das Haus wirkte beinahe unheimlich, so wie die alltäglichen Gegenstände hier drapiert waren. Man hatte das Gefühl, jeden Moment könnte ein Bewohner aus der Ecke treten und uns erbost fragen, was wir hier zum Kuckuck verloren haben…merkwürdigerweise schien Töchterchen das gleiche zu fühlen, denn kaum hatte ich ein paar Fotos geknipst (ich war keine Minute drin) fing sie auch schon an zu weinen und wollte nur noch raus. „Ich habe Angst“, schluchzte sie.

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Die Toilette des Hauses

Die Toilette befindet sich außerhalb des Hauses. In einem einfachen Bretteranbau. Ein Badezimmer gab es nicht und ich konnte auch keine richtige Küche finden. Ein winziger Raum, so groß etwa wie eine Besenkammer, mit einer winzigen Kochstelle.

 

Das Bienenhaus aus Köngen

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Dieses achteckige Holzhäuschen, erbaut um 1913, konnte von den Imkern per Katalog im Baukastensystem bestellt werden. Das Häuschen stand ursprünglich in Altenriet und wurde beim Umzug des Eigentümers im Jahr 1938/39 nach Köngen mitgenommen.

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 “Immenheim” – das Haus der Bienen

 

Der Bienenwagen aus Ohmden

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Die Ulmer Karosseriefirma Kässbohrer baute 1948 den Wagen als Sonderanfertigung

Mit diesem Wagen konnten die Bienenvölker samt den wichtigsten Geräten in ein neues Gebiet transportiert werden. Der Wagen konnte mit bis zu 48 Bienenkästen beladen werden und stand im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb.

Abgesehen davon hatte es was von einem hübschen Zigeunerwagen. ♥

Das Rathaus aus Häslach

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Das typische württembergische Dorfrathaus stand etwa 200 Jahre lang in Häslach und wurde vielfältig genutzt. Mal als Ratsstube, als Lehrerwohnung und zeitweise auch als Schulsaal. Es diente auch als Ortsarrest und beherbergte das Archiv.


Im Freilichtmuseum soll das Rathaus samt Lehrerwohnung den Stand von 1963 darstellen. Damals hatte die kleine Gemeinde gerade ihren ersten hauptamtlichen Bürgermeister Otto Bauer gewählt und in der Dienst-Wohnung lebte die junge Lehrerfamilie Deile.

Das Wohn-Stall-Haus mit Scheuer aus Beuren

Dieses Haus hat mich beim Vorbeilaufen irgendwie magisch an sich gezogen. Besichtigt habe ich aber zuvor erst mal das Rathaus.

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Eingangsbereich

 

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Die Wohnstube mit Bohlen-Balken-Decke und dem über Eck angeordneten Fenstererker mit Zugläden.

Die Scheuer des Hauses wurde um 1528 erbaut und um 1558 erfolgte der Bau des Wohnhauses. Die Gebäudeteile stehen jedoch für zwei ganz verschiedene Epochen. Die Scheuer ist noch in der Bauweise typisch für das Mittelalter. Das Wohnhaus hingegen besteht schon aus Fachwerk mit ausschließlich Verzapfungen.

Das Bauernhaus vereint Wohnung, Stall und Scheuer unter einem Dach. Gezeigt wird der Zustand um 1800. Mehr Infos & Geschichtliches zu diesem Haus bekommst du hier unter freilichtmuseum-beuren.de .

Der Kinderspielplatz im Museum

Der hübsche Spielplatz liegt direkt am Bach und bietet eine Menge Spaß für große und kleine Kinder, mit seinen Brücken am Bach, dem Wasserbrunnen und dem tollen Baumhaus. Es gibt kein Foto davon, wegen den vielen Kindern.

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Zudem befindet sich ein kleiner Fischteich direkt in der Nähe. Nicht weit davon, über die Brücke, können die Schafe auf dem kleinen Hügel und die Gänse im hinteren Bereich des Fischteiches besucht werden.

Die Kinder konnten an Aktionen teilnehmen, Tiere füttern oder sich frei in der Umgebung aufhalten.

Unser Töchterchen war nach ein paar Stunden jedoch ziemlich gelangweilt und wollte viel lieber nach Paris fahren. „Paris war vieeeel schöner. Warum fahren wir nicht Paris, Mama? Wir können auch im Dunkeln nach Paris fahren!“, sagte sie Zuhause. *hahahahaha*

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Blick zu den Sitzplätzen im Freien, Restaurant „Landhaus Engelberg
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Der Ausblick vom Baumhaus

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Zum Abschluss noch ein hübsches Panoramabild, vom Feldweg aufgenommen, mit Blick auf den Schafstall aus Schlaitdorf. Vermute ich zumindest.

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Leider konnte ich nicht alle Gebäude besichtigen. Besonders bedauerlich finde ich, dass ich das Fotoatelier aus Kirchheim nicht sehen konnte. Das Töchterchen hatte einfach keine Lust mehr…


Einige Infos zum Freilichtmuseum

Öffnungszeiten 2017
1. April bis 5. November 2017
Dienstag bis Sonntag 09:00 – 18:00 Uhr
(an Feiertagen auch montags geöffnet)
Kassenschluss und letzter Einlass: 17:30 Uhr

Eintrittspreise
Rundgang Museum
Veranstaltungen 2017

 

Hoffe, die Eindrücke aus unserem kleinen Familienausflug in Beuren haben euch gefallen. Falls ihr zufällig in der Nähe seid, und euch auch etwas für Geschichte interessiert, kann ich euch das Museum sehr empfehlen. 🙂

Macht’s gut und bis bald,
Signatur_frzuckerbroetchen

Verfasst von

Hallo, schön dass du hier bist. Hier findest du Freebies von meinen Designs, ab und an Tipps für digitale Bildbearbeitung und allerlei Dinge, die mich im Alltag beschäftigen, mich bewegen, begeistern, inspirieren und zum Selbermachen anregen. Vielleicht ist ja auch was für dich dabei. Würde mich freuen. :o)

Ein Kommentar zu „Freilichtmuseum Beuren // Ein kleiner Familienausflug

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